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aiLetter #0.14: AI & Picasso, Kreditech, OpenAI, Bitkoms AI: Science over Fiction

aiLetter #0.14: AI & Picasso, Kreditech, OpenAI, Bitkoms AI: Science over Fiction

Liebe Freunde des aiLetter,

in dieser Woche gibt es noch einmal einen etwas kürzeren Newsletter.
Mit dabei: ein neuronales Netzwerk legt ein Picasso-Gemälde frei, OpenAI lässt Algorithmen gegeneinander antreten und Bitkom will Klarheit und Sachlichkeit in die öffentliche Debatte um AI bringen.
Der Bau der  Webseite aiLetter.de  hat uns in den letzten Wochen ganz schön auf Trab gehalten. Nun ist sie mehr oder weniger fertig und bereits online. Schaut sie euch gerne an und gebt uns Feedback! 

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Anke


ai@Work: Lösungen im Einsatz

AI bringt Picassos verlorene Werke zurück

Der alte Gitarrenspieler, ein berühmtes Bild des spanischen Künstlers Pablo Picasso aus seiner blauen Periode, verbarg lange ein Geheimnis: ein zweites, übermaltes Gemälde. Auf Basis von Röntgen- und Infrarotaufnahmen konnten Anthony Bourached und George Cann vom University College London mithilfe der sogenannten Neural Style Transfer-Methode dieses zweite Bild, eine sitzende Frau, nun rekonstruieren. Diese Methode könnte die Arbeit von Kunsthistorikern nachhaltig verändern.

https://en.wikipedia.org/wiki/File:Old_guitarist_chicago.jpg#/media/File:Old_guitarist_chicago.jpg
Eines von Picassos berühmtesten Werken: „Der alte Gitarrenspieler” (Quelle: The Art Institute of Chicago and jacquelinemhadel.com)

 

https://arxiv.org/pdf/1909.05677.pdf
Lange dahinter verborgen: eine sitzende Frau mit ausgestrecktem Arm (Quelle: https://arxiv.org/pdf/1909.05677.pdf)


aiInvest: Wer investiert wo?

20 Mio. Euro für die Kreditech-Expansion

Das Hamburger Fintech nutzt AI, um Kredite und Finanzierungen am Point of Sale (POS) in weniger entwickelten Ländern wie Indien und Russland, aber auch in Spanien und Polen anzubieten. Zielgruppe sind Konsumenten mit einer geringen bzw. schlechten Kredithistorie. Kreditech will mit diesem Geschäft eine Billion Euro Umsatz in 2025 erzielen. Zu den neuen Investoren zählt etwa die russische Runa Capital, aber auch ein ungenannter deutscher Privatinvestor. Zuvor hatte unter anderem Silicon Valley-Größe Peter Thiel investiert.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

AI-Agenten lernen „Verstecken”

Entwickeln sich intelligente Algorithmen im gegenseitigen Wettbewerb hin zu höheren Formen? Das For-Profit-Forschungslabor OpenAI hat es getestet: In einer virtuellen Umgebung sollten zwei Teams von AI-Agenten „Hide and seek“ gegeneinander spielen. Mit der Zeit entwickelten sie immer komplexere Strategien, nutzten Gegenstände und kollaborierten. Getestet wurde dabei eine Kombination aus Multi-Agent Learning, bei dem sich verschiedene Algorithmen durch Wettbewerb oder Koordination weiterentwickeln, und Reinforcement Learning (siehe aiLetter-Glossar).


aiDeepDive: Vertiefung zum Wochenende

Lesetipp 1: Kein Geld für AI-Checks – ein Problem für alle

Wer prüft, ob AI-Anwendungen wirtschaftlich, sozial und ethisch unbedenklich sind? Bei früheren Technologien – wie etwa DNA-Modifikationen, Nuklearphysik oder Genomforschung – investierte die US-Regierung in Projekte, die diese Faktoren prüften. Doch das „Office of Technology Assessment“ wurde in den 90er-Jahren geschlossen, andere Institutionen sind hoffnungslos unterfinanziert. Wie sich die mangelnde Prüfung von intelligenten Algorithmen der Technologieschmieden à la Google, Amazon und Co. durch unabhängige Institutionen auswirken kann, schildert Arthur Allen in seinem Artikel für Politico.com.

Warum ist das für uns in Europa wichtig?
Nicht alles, was in den USA auf den Markt kommt, wird automatisch auch 1:1 bei uns so eingesetzt. Autor Allen lobt die europäischen Gesetze wie etwa die DSGVO. Doch wie lange können wir das in der globalisierten Wirtschaft so sicher stellen, ohne dass diese Technologien früher oder später Einfluss auf unser Leben nehmen? Deshalb ist es wichtig, auch wahrzunehmen, wie mit AppleWatch und Co. in den USA umgegangen wird.

 

Lesetipp 2: „AI: Science over Fiction” – die Bitkom-Kampagne

AI wird in der öffentlichen Debatte noch immer regelmäßig falsch eingeschätzt. Sowohl im positiven wie im negativen Sinne. Der Digitalverband Bitkom tritt dem entgegen. Mit Faktenpapieren wird die Nutzung von AI in bestimmten Gebieten realistisch erklärt. Das erste Papier beschäftigt sich mit der Nutzung von AI bei der Erkennung von epileptischen Anfällen.


Dies ist eine der ersten Ausgaben des aiLetters. Wir freuen uns deshalb besonders über Feedback: feedback@ailetter.de
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