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aiLetter #1.6: AI-News rund um Uniper, KWS, US Postal Service, Bayer, Merck, OpenAI, Alibaba, Lars Klingbeil, DFKI und Uber

aiLetter #1.6: AI-News rund um Uniper, KWS, US Postal Service, Bayer, Merck, OpenAI, Alibaba, Lars Klingbeil, DFKI und Uber

Liebe Freunde des aiLetter,

in dieser Woche gehen wir mit euch verstärkt in die Praxis und präsentieren Anwendungsfälle von Artificial Intelligence in Buchhaltung, Landwirtschaft und bei der Post. Außerdem: Bayer und Merck investieren in AI-Start-ups. OpenAI-Entwickler warnen vor eigener Text-AI. Alibaba-Tool schlägt Menschen bei Spracherkennung. Lars Klingbeil will Google und Co. an den Kragen gehen. Deutschland und Japan kooperieren bei Industrie 4.0 und Artificial Intelligence.
Im DeepDive ziehen ein deutscher und ein amerikanischer AI-Experte ähnliche Schlüsse und ein detaillierter Bericht erklärt nun abschließend, wie es im letzten Jahr zum tödlichen Unfall eines selbstfahrenden Testfahrzeugs von Uber kommen konnte. Im Taillight: Französische Steuerfahnder bringen sich mit AI in Stellung.

Nächste Woche wollen wir übrigens in das Thema Fintech und Artificial Intelligence eintauchen.

Wenn euch der aiLetter gefällt, leitet ihn gerne an Menschen weiter, die sich auch für AI und Machine Learning interessieren (oder dies aus eurer Sicht tun sollten … ).

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Anke


ai@Work: Lösungen im Einsatz

AI holt Jobs nach Deutschland zurück

Vernichtet Artificial Intelligence unsere Arbeitsplätze? Ja und nein sagen verschiedene Studien. Das Beispiel des Energieunternehmens Uniper zeigt, wie durch den Einsatz von AI neue Arbeitsplätze in Regensburg entstehen und gleichzeitig die Kosten gesenkt werden können.

Besseres Saatgut durch AI-Roboter

Der deutsche Saatguthersteller KWS will mithilfe eines AI-gestützten Roboters noch robusteres und ertragreicheres Saatgut züchten. TerraSentia, das Roboter-Fahrzeug des Start-ups EarthSense, liefert präzise Daten, mit denen die Saatgut-Züchter dann bessere Entscheidungen treffen können. Das Beispiel zeigt anschaulich, wie AI-Systeme und menschliche Experten zusammenarbeiten, um bessere Produkte, in diesem Fall Saatgut, zu entwickeln.

Wie TerraSentia arbeitet, seht ihr im Video.

Das Roboter-Fahrzeug TerraSentia ist ein gelungenes Beispiel, wie AI-gestützte Systeme wirksam die Landwirtschaft unterstützen.

Wie AI und Co. sonst noch auf dem Acker zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel Bayer zum „Apple der digitalen Landwirtschaft“ werden will und wie mit weniger Pestiziden und Antibiotika mehr Lebensmittel produziert werden sollen, erklärt der Handelsblatt-Artikel zu Smart Farming.

Die Post wird schneller mit AI

Die US-Post setzt zukünftig auf neue AI-Technologie von Nvidia, um die Adressen auf Briefen zehnmal schneller und besser auszulesen. So soll die Effizienz gesteigert werden. Auch mit selbstfahrenden Fahrzeugen für den Überland-Transport von Post und Paketen hat der US Postal Service (USPS) in diesem Jahr schon experimentiert.


aiInvest: Wer investiert wo?

Deutsche Pharmaunternehmen investieren in AI-Startups

Chronische Krankheiten lassen sich frühzeitig erkennen und managen, indem man die Gesundheitsdaten, sogenannte Biomarkers, aus verschiedenen Quellen kombiniert. Das britische Start-up Medopad setzt dazu eine AI-gestützte Plattform ein. Dafür sammelte es kürzlich 25 Millionen US-Dollar von verschiedenen Investoren, unter anderem dem Venture-Fonds von Bayer, ein.
Ein Fonds des Darmstädter Pharmaunternehmens Merck investiert in PathAI. Das Start-up arbeitet im Bereich der sogenannten Digital Pathology, der medizinischen Bilderkennung, zum Beispiel in der Krebsmedizin.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Texterstellung mit neuer AI – eine Steilvorlage für Fake News?

AI ist lediglich eine Technologie. Wie sie eingesetzt wird, hängt von den Nutzern ab. Aus Sorge vor einem unakzeptablen Einsatz ihrer Texterstellungs-AI GPT-2 veröffentlichten Forscher von OpenAI ihren Algorithmus Anfang des Jahres zunächst nur in Teilen. Jetzt wurde die „größere“ Variante freigegeben. Noch immer kritisch: Das AI-gestützte System ist so gut, dass es zum Beispiel für massenhafte Erzeugung von Fake News missbraucht werden könnte.
Wie das Tool funktioniert, könnt ihr hier selbst ausprobieren. Einfach oben ein beliebiges Stichwort oder einen Halbsatz eintippen und die AI macht daraus einen Text.

Mein Versuch eines Textes mit einem Statement von Frau Merkel gibt mir definitiv zu denken …

 

„Besser“ als ein Mensch …

An der zum chinesischen Alibaba-Konzern gehörenden Damo-Akademie in Seattle entwickeln Wissenschaftler eine AI zur intelligenten Spracherkennung. Jetzt hat das System erstmals einen Menschen im Test geschlagen. Forscher Luo Si erklärt, warum das System so gut ist und wo diese Technologie, das Natural Language Processing (NLP), praktisch zur Anwendung kommen kann.


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

Lars Klingbeil will mehr Wettbewerb im Datenmarkt

Die Grundlage für AI-Technologien sind Daten. Doch die werden immer mehr von den großen Playern wie Amazon, Google und Facebook gehortet. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil argumentiert, warum diese Monopolbildungen in der Datenökonomie abgeschafft werden müssen und warum jetzt die Zeit ist, den politischen Rahmen dafür zu setzen.

Deutschland und Japan kooperieren bei Artificial Intelligence und Industrie 4.0

Um in Sachen Zukunftstechnologien voranzukommen, setzen die Wirtschaftsministerien der beiden Länder auf Kooperation, wie aus einer gemeinsamen Erklärung hervorgeht. Neben der bestehenden Zusammenarbeit in der Normung von Internet of Things (IoT)-Technologie und der Entwicklung autonomen Fahrens sollen ab dem nächsten Jahr auch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das japanische Artificial Intelligence Research Center gemeinsame Forschungsprojekte starten.


aiDeepDive: Vertiefung zum Wochenende

Zwei Experten nehmen Stellung: Wie beeinflusst AI unsere Wirtschaft, unsere Arbeit und unser Lernen?

Wie weit ist Artificial Intelligence in Unternehmen verbreitet? Welche Branchen sind besonders betroffen? Wie verändert AI unsere Arbeit, welche Rahmenbedingungen müssen dafür geschaffen werden? Zwei Experten geben Antworten:

Oliver Thomas betrachtet die AI-Entwicklung in Deutschland im Interview mit dem Institut der deutschen Wirtschaft. Der Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Osnabrück ist Leiter der Forschungsgruppe „Smart Enterprise Engineering“ am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und berät mit seinem Unternehmen Strategion seine Kunden bei IT-basierten Strategie- und Innovationsprojekten.

Jim Goodnight, auch als „Godfather of AI” bezeichnet, schaut im Interview mit CNBC aus der US-amerikanischen Perspektive auf die Entwicklung von Artificial Intelligence. Goodnight entwickelte bereits vor 45 Jahren wesentliche Grundlagen heutiger AI-Technologien. Er leitet aktuell das SAS Institute, einen der größten Anbieter für Datenanalyse-Software mit rund 83.000 Kunden weltweit.

Was beide Experten eint: Damit AI zu einem langfristigen wirtschaftlichen Erfolg führt, an dem möglichst viele Unternehmen und Menschen teilhaben können, steht ein lebenslanges, digitales Lernen ganz oben auf der To Do-Liste von Unternehmen, Bildungseinrichtungen und besonders jedes Einzelnen.

Autonomes Fahren: Der tödliche Unfall von Uber ist aufgeklärt

2018 kam es in Phoenix/Arizona bei einer Testfahrt eines autonomen Fahrzeugs des Taxidienstes Uber zu einem tödlichen Unfall. Jetzt erläutert ein detaillierter Bericht abschließend, wie es dazu kam. Die autonomen Systeme des Volvos erkannten eine Fußgängerin, die ihr Fahrrad über die Straße schob, tatsächlich nicht eindeutig und die Bremsung des Fahrzeugs wurde deutlich zu spät ausgelöst. Warum? Fußgänger waren im System auf der Straße nur innerhalb von Zebrastreifen und Fußgängerüberwegen vorgesehen!
Ein interessanter Einblick in die Probleme autonomer Fahrzeuge …

 

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB hat den Unfallhergang der Uber-Testfahrt vom März 2018 abschließend analysiert (Bild: NTSB).


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

AI jagt Steuersünder auf Instagram

Der Fiskus in Frankreich will zukünftig mit intelligenten Algorithmen gegen Steuertrickser vorgehen. Die AI soll auf Instagram, Facebook oder Ebay nach Hinweisen für Steuerbetrug suchen. Wer also angeblich total pleite ist, aber zum Beispiel ständig Fotos von schicken Urlauben postet, wird genauer geprüft. Aktuell werden die genauen Bedingungen für das neue Instrument noch politisch ausgehandelt. Aber ab Mitte 2020 könnte der intelligente Netzschnüffler dann zumindest in Teilen aktiv werden.

Ständig Selfies aus teuren Urlauben posten? Trotzdem offiziell dauerhaft pleite? Dagegen wollen französische Steuerfahnder bald mit AI vorgehen (Bild laura6/pixabay).


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