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aiLetter #1.15: Björk macht Musik, AI in Medizin, AI gegen Kinderpornos, Investitionen in Cardiologs und Scoutbee, das „Auto“ Origin, EU gegen Gesichtserkennung, Skandal Clearview AI, AI übersetzt Tiersprache

aiLetter #1.15: Björk macht Musik, AI in Medizin, AI gegen Kinderpornos, Investitionen in Cardiologs und Scoutbee, das „Auto“ Origin, EU gegen Gesichtserkennung, Skandal Clearview AI, AI übersetzt Tiersprache

Liebe Freunde des aiLetter,

Artificial Intelligence hat viele Anwendungen, von denen wir nicht wissen, was wir von ihnen halten sollen. Wenn Björk mit Hilfe einer Microsoft AI-Anwendung die Gäste eines New Yorker Hotels mit Klängen verzaubert, dann finden aber nicht nur wir das toll!

Wir haben interessante Artikel zum Einsatz von Artificial Intelligence in der Medizin für Euch, berichten über den Einsatz von AI gegen Kinderpornografie in Niedersachsen, interessante Investitionen und Investitionsvolumen in Europa und zeigen ein wirklich ungewöhnliches „Auto“.

Ein Schwerpunkt ergab sich automatisch: mit der Aufdeckung des Skandals um das US-amerikanische Unternehmen Clearview AI durch die New York Times und die Initiative der Europäischen Union dreht sich aktuell viel um Auswüchse der Gesichtserkennung.

Unser Taillight ist tierisch … Dr. Doolittle hätte seine helle Freude.

Viel Spaß bei der Lektüre und ein schönes Wochenende wünschen Euch

Anke und Bernd


ai@Work: Lösungen im Einsatz

Björk macht mit Artificial Intelligence von Microsoft wetterabhängige Musik

Die für ihre innovativen Auftritte bekannte isländische Sängerin Björk produziert mit einer AI-Anwendung von Microsoft Musik für das New Yorker Hotel Sister City. Die im Hotel gespielte Musik verändert sich mit der Jahreszeit, derTageszeit und dem aktuellen Wetter. Dazu wird die Microsoft-Software mit einer Live-Außenkamera und Messgeräten am Hotel an der Lower East Side verbunden.

Björk’s Klänge verzaubern die Gäste eines New Yorker Hotels – produziert mit AI von Microsoft
(Foto: Microsoft)

Scott Stein, Redakteur bei CNET, hat das Hotel vor einigen Tagen besucht und berichtet begeistert in seinem hier verlinkten Beitrag. Scott Stein fand das Musik- und Klangerlebnis so beeindruckend, daß er eine entsprechende Anwendung nun gerne zuhause haben möchte. Ein neues Geschäftsfeld für Microsoft?

Künstliche Intelligenz – Pro und Contra zum Einsatz in der Medizin

Das Krankenhaus „Barmherzige Brüder“ in Regensburg zieht nach sechs Wochen des Einsatzes einer KI-gestützten Technik für Darmspiegelungen positive Bilanz. Mit mehr als 90 % Zuverlässigkeit würden potentiell problematische Stellen in der Darmwand entdeckt und die damit erreichte Erkennungsrate sei höher als die geübter Mediziner. Doch die Kompetenz, mit den Daten verantwortungsbewusst umzugehen, wird KI nach Ansicht des Regensburger Chefarztes nicht leisten können und damit Ärzten vorbehalten bleiben.

Zum Thema des Einsatzes von Artificial Intelligence in der Medizin hat auch Google vor kurzem eine Studie vorgestellt. Was zunächst vor allem die Chancen deutlich zu machen schien, zeigt aber wohl auch die Risiken, die hier lauern. Wenn Ärzte die falschen Fragen stellen oder die falschen Schlüsse aus den Ergebnissen der AI-gestützten Diagnosetools stellen, würde schlechte Medizin noch schlechter gemacht.

Polizei in Niedersachsen setzt KI-Software im Kampf gegen Kinderpornos ein

IT-Spezialisten des niedersächsischen Landeskriminalamtes haben eine KI-gestützte Anwendung entwickelt, mit der Online-Inhalte wesentlich schneller auf kinderpornografisches Material durchsucht werden kann. Von der erheblich höheren Geschwindigkeit erhoffen sich die Experten einen effizienteren Einsatz ihrer Fahnder und damit eine höhere Entdeckungsrate und einen schnelleren Zugriff auf Täter.

Wilder Westen – der Job nach der Universität und die Hürde der AI-Interviews

Wir berichteten im letzten aiLetter bereits über dieses Thema. Hier noch ein aktueller Artikel aus CNN-Business dazu … Matthew French, ein Verantwortlicher der University of North Carolina (UNC), sagt: “Was mich an AI beunruhigt, ist, daß AI nicht das Herz eines Menschen und seinen Antrieb erkennen kann.“ Stößt Artificial Intelligence hier an ihre Grenzen?


aiInvest: Wer investiert wo?

15 Millionen Dollar für ein französisches Herzmedizin-Startup

Unabhängig von der Diskussion über Chancen und Risiken des Einsatzes von AI in der Medizin wird weiter kräftig investiert. Cardiologs, ein französisches Medizintechnik-Startup, hat in einer ersten Finanzierungsrunde 15 Millionen Dollar eingesammelt. Damit sollen die AI-basierenden Diagnose-Tools des Unternehmens weiter entwickelt werden.

Scoutbee erhält 60 Millionen Dollar für Ausbau der digitalen Beschaffungsplattform

Digitale Beschaffungsplattformen zur besseren Verbindung von Einkäufern und Lieferanten liegen voll im Trend. Das Berliner Unternehmen Scoutbee hat nun in einer weiteren Finanzierungsrunde 60 Millionen Dollar erhalten, um die Internationalisierung des Geschäfts voran zu treiben. Und die Geschäftsführer freuen sich …

(Fabian Heinrich – Gregor Stühler – Lee Galbraith, Foto: Scoutbee)

2019 – ein Rekordjahr für Risikokapital-Investitionen in Großbritannien

Brexit hin, Brexit her … im United Kingdom wird weiter kräftig in die Zukunft investiert. Nach den hier detaillierten Statistiken wurde 2019 in Großbritannien mehr in entsprechende Unternehmen – nicht nur im Bereich Artificial Intelligence – investiert als in Deutschland und Frankreich zusammen. Aussagekraft über die Effizienz der damit eingesetzten Mittel hat dies natürlich nicht …


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Origin – ein fahrerloses Auto ohne Lenkrad und Pedale aus den USA

Cruise, ein Unternehmen im Mehrheitsbesitz des US-amerikanischen General-Motors Konzerns, hat einen Prototyp eines ersten fahrerlosen Autos ohne Lenkrad und Pedale vorgestellt. Auto? Die Cruise-Mitarbeiter nennen es nicht Auto, sondern „Das Eigentum“. Dieses Elektrofahrzeug erinnert irgendwie an Star-Wars-Vehikel und was sofort auffällt, ist der im Verhältnis zu den Außendimensionen riesige Innenraum. Kernidee des Projekts war eben von Anfang an, das Gefährt ohne Fahrer zu bauen.

Cruise’s erstes vollständig fahrerloses Fahrzeug - ORIGIN

aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

EU-Abgeordnete fordern Vorrang des Menschen gegenüber Artificial Intelligence

In einer Resolution haben EU-Parlamentarier in dieser Woche eine erklärbare und transparente Künstliche Intelligenz gefordert. Menschen müssten bei algorithmisch gestützten Entscheidungen immer das letzte Wort haben, niemand soll auf Basis seines Datensets diskriminiert werde dürfen und Hersteller von AI-Lösungen sollen klar definierten Pflichten unterworfen werden. Im DeepDive findet Ihr zu diesem Thema einen Link zu einem ausführlichen Dokument des Europäischen Parlaments. Die Wettbewerbskommisarin Vestager will einen erweiterten Entwurf im Februar diesen Jahres vorstellen. Vorab ist durchgesickert, daß in dem Papier gefordert wird, Technologie zur Gesichtserkennung massiv einzuschränken.

Andrian Kreye schreibt in einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung über die Überlegungen der EU, den Einsatz von AI sehr sorgfältig zu regulieren und formuliert etwas reißerisch, daß „Daten das neue Plutonium seien“.

Google-Chef Sundar Pichai will die Gefahren von AI besser in den Griff bekommen
(Foto: Michael Sohn / Picture Alliance)

Doch nicht nur die Politik stellt entsprechende Überlegungen an – auch in internationalen Konzernen wie Google ist das Thema virulent. So spricht der Google-Chef Sundar Pichai davon, daß die Künstliche Intelligenz gebändigt werden muss und Schaden und Nutzen genau abzuwägen sind.


aiDeepDive: Vertiefung zum Wochenende

Lesetipp 1: New York Times veröffentlicht Skandal um Clearview AI

Die New York Times deckt einen Skandal um Clearview AI auf, dessen Tragweite noch nicht absehbar ist. Das von dem Australier Hoan Ton-That aufgebaute Startup hat eine Gesichtserkennungstechnik entwickelt, die im weltweiten Netz ohne Kenntnis der betroffenen Personen Milliarden von Fotos gesammelt hat. Doch dies ist nur ein Teil des Skandals – angeblich geschah dies auch ohne Wissen und Zustimmung der entsprechenden Foto-Datenbanken wie z. B. der von Facebook und ähnlicher Unternehmen. Und: die Software wurde bereits an Hunderte von Polizei- und Ermittlungsbehörden in den USA verkauft.

Lesetipp 2: Der SPIEGEL greift die Clearview AI Story auf

In einem aktuellen Bericht greift der SPIEGEL den Skandal rund um das US-amerikanische Startup Clearview AI auf und stellt die Verbindung zu den aktuellen Überlegungen der verschiedenen EU-Institutionen her.

Lesetipp 3: Das Papier des Europäischen Parlaments zur AI-Ethik

Hier findet Ihr das bereits angekündigte ausführliche Papier des Europäischen Parlaments über Richtlinien zu einer Artificial-Intelligence-Ethik. Die Parlamentarier sind sich offenkundig auch darüber bewusst, daß der Grat zwischen sinnvoller Reglementierung und destruktiver Verhinderung von Technologie schmal ist.


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

WAUWAU, Dr. Doolittle … wie AI zur Übersetzung von Tiersprache genutzt wird

Der Traum von Dr. Doolittle wird wahr … mit Artificial Intelligence wird Tiersprache für uns verständlich. Das Startup ZOOLINGUA möchte die Verbindung zwischen Hunden und ihren Besitzern verbessern. Mit Hilfe einer auf AI-Technologie beruhenden mobilen App sollen Menschen ihre lieben Vierbeiner besser verstehen. Aber auch andere Institutionen arbeiten an diesem Thema … die Laute von Hühnern werden durch das Georgia Institute of Technology untersucht, um den Einfluss verschiedener Umweltfaktoren auf deren Wohlbefinden zu analysieren. Zum Gackern?


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aiLetter #1.14: AI und Wetter, Arbeitsplatzabbau, AI im Bewerbungsprozeß, Neues aus dem Allen-Institute, Neurowissenschaft und Machine Learning, Lebende Maschinen, AI in Mittweida und AI-Hauptstadt Berlin, Fußball-Bundesliga

aiLetter #1.14: AI und Wetter, Arbeitsplatzabbau, AI im Bewerbungsprozeß, Neues aus dem Allen-Institute, Neurowissenschaft und Machine Learning, Lebende Maschinen, AI in Mittweida und AI-Hauptstadt Berlin, Fußball-Bundesliga

Liebe Freunde des aiLetter,

wir reden gerne über das Wetter. Aber auch mit Artificial Intelligence wird dieses nicht besser, doch durch eine Lösung von Google-Wissenschaftlern möglicherweise aktueller und lokaler vorhersehbar.
AI und der Arbeitsmarkt – zu dieser Thematik findet Ihr ebenso einige Meldungen wie Neuigkeiten zum US-amerikanischen Paul-Allen-Institute. Daneben haben wir für Euch aktuelle Beiträge zu Machine Learning in der Neurowissenschaft, eine uns durchaus irritierende Story zu Lebenden Maschinen, Lesetipps zu einer AI-Initiative für Berlin und zu einem neuen Ansatz aus dem Freistaat Sachsen sowie ein Taillight passend zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga.

Viel Spaß bei der Lektüre und einen guten Start in die neue Woche wünschen Euch

Anke und Bernd


ai@Work: Lösungen im Einsatz

Wetter wird mit AI nicht besser, aber besser vorhersehbar

Eine schnellere und aktuellere Wettervorhersage präsentieren Google-Wissenschaftler. Mit Hilfe von Machine Learning haben sie eine Methode entwickelt, die bereits jetzt im praktischen Einsatz eine präzisere Wettervorhersage als konventionelle Modelle erlaubt. Besonders die zeitnahe Vorhersage von zeitlich eng abgegrenzten und sehr lokalen Wetterereignissen wie z.B. lokale Stürmen soll damit wesentlich verbessert werden.

Artificial Intelligence und Arbeitsplatzabbau im US-Radio

Das US-amerikanische Medienunternehmen iHeartMedia, das größte Radio-Konglomerat des Landes, hat im zeitlichen Zusammenhang mit signifikanten Investitionen in AI einen massiven Arbeitsplatzabbau gestartet. Nach einer Meldung des Musikmagazins Rollling Stone werden bis zu 850 Mitarbeiter des Konzerns gehen müssen, darunter bis zu 60 DJ’s von iHeartRadio. Ob die Arbeitsplätze tatsächlich 1:1 von AI-Systemen ersetzt werden oder welche Rolle organisatorische Veränderungen beim Arbeitsplatzabbau spielen, ist allerdings fraglich.

Studenten in Südkorea überlisten AI in Bewerbungsinterviews

„Lächle mit Deinen Augen“ ist einer der Tipps von Karriereberatern in Südkorea. Nachdem immer mehr Unternehmen Artificial Intelligence zur Analyse von Videointerviews mit Bewerbern einsetzen, bieten Karrieremarkt-Berater jetzt Kurse an, wie die hier genutzten Bots ausgetrickst werden können.

 

Kim Seok-wu, Student in Sungnam (Südkorea), trainiert mit einem AI-gestützten Interview-Programm (Foto: REUTERS, Kim Hong-Ji)


aiInvest: Wer investiert wo?

Apple kauft AI-Software-Startup des Allen Institute

Wird Artificial Intelligence zukünftig mehr Endgeräte-gestützt oder Cloud-gestützt eingesetzt? Apple beschäftigt sich mit dieser Frage und investiert jetzt bis zu 200 Mio. US-Dollar in das AI-Software-Unternehmen Xnor.ai, das auf AI-gestützte Software auf Endgeräten spezialisiert ist. Die Lösungen des Startups basieren z.B. auf einer dezentralen solarbetriebenen Energieversorgung, gezeigt im folgenden Video. Ein pikantes Detail: das Unternehmen stammt aus dem Inkubator des Allen Institute des Microsoft-Co-Gründers Paul Allen.

Allen Institute investiert weiter in AI-Unternehmen der Zukunft

Der vor zwei Jahren gestartete Inkubator des „Allen Institute for Artificial Intelligence“ investiert auch nach dem Verkauf von Xnor.ai weiter. In Zusammenarbeit mit potenten Venture-Capital-Unternehmen wie Sequoia Capital, Two Sigma und Kleiner Perkins werden erhebliche Mittel in die Entwicklung der nächsten Generation von AI-Unternehmen gesteckt. Ziel ist, daß aus dem in Seattle beheimateten Zentrum in jedem Jahr 3 – 5 erfolgreiche Startups hervorgehen.

30 Mio. US-Dollar für Phenom People zum Ausbau seiner HR-Lösungen

Das US-amerikanische Unternehmen Phenom People aus Philadelphia hat in einer weiteren Finanzierungsrunde 30 Mio. US-Dollar eingesammelt. Mit diesen Mitteln sollen die AI-gestützten Lösungen des Unternehmens für den HR-Bereich (ein Nutzer ist z.B. Microsoft) wie z.B. Chatbots im Recruiting und Job-Empfehlungs-Plattformen weiter ausgebaut und international vermarktet werden.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Dopamin und Machine Learning – AI in der Neurowissenschaft

Der DeepMind-Wissenschaftler Will Dabney und seine Kollegen entdecken erstaunliche Parallelen zwischen Regeln von Algorithmen, die im Machine Learning angewendet werden und der Art und Weise, wie das menschliche Gehirn Dopamin als Belohnung freisetzt.

Lebende Maschinen aus Froschzellen und Artificial Intelligence

Der erste Schritt zu androiden Lebewesen? Wissenschaftler haben unter Nutzung von AI aus Stammzellen von afrikanischen Fröschen neuartige Gewebeklumpen erschaffen. Dies sollen z.B. so programmiert werden können, daß sie sich unabhängig von externer Steuerung in einem Körper bewegen, selbstheilend Wunden schließen und Minimal-Arzneien an die richtigen Stellen transportieren können. Soweit die positiv klingenden Nutzungs-Möglichkeiten … aber was kommt da noch auf uns zu?

Ein mit AI erzeugter Gewebeklumpen aus Froschzellen … eine lebende Maschine? (Bild: Douglas Blackiston, Tufts University)


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

Berlin soll eine Hauptstadt der Künstlichen Intelligenz werden

Bifold ist das Zauberwort. Das „Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data“ ist als gemeinsame Initiative von Bund, Stadt Berlin und der TU Berlin am Mittwoch gegründet worden. Dadurch soll die Hauptstadt ein neues internationales Zentrum für Künstliche Intelligenz, Datenanalyse, Big Data und weitere technologische Innovationen werden. Geplant ist unter anderem eine Kooperation mit dem Elektroautobauer Tesla, der in Brandenburg ein neues großes Werk errichten will.


aiDeepDive: Vertiefung zum Wochenende

Lesetipp 1: Neuronale Netze aus Mittweida im Freistaat Sachsen

Fünf Wissenschaftler unterschiedlicher Fachgebiete arbeiten am SICIM, dem Sächsischen Institut für Computational Intelligence und Machine Learning, zusammen, um Künstliche Intelligenz noch klüger zu machen. Das Projekt heisst Malekita – „Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz in Theorie und Anwendung“ – und wird aus Europa-Mitteln und durch den Freistaat Sachsen finanziell unterstützt. Durch die Verknüpfung theoretischer Modelle und praktischer Anwendung sollen hier an der Hochschule Mittweida neue Wege erforscht werden.

Lesetipp 2: Kommt ein neuer AI-Winter?

Überraschung … völlig entgegengesetzt zur breit vertretenen Annahme, daß das neue Jahrzehnt die Dekade der Artificial Intelligence wird (ein Thema des letzten aiLetter), diskutieren Forscher in der BBC die These, daß Artificial Intelligence sich jetzt in der Phase des Herbstes befindet und sich danach erst einmal erheblich abkühlen wird. Bevor dann wieder ein neuer Frühling einsetzt?


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

DFL und Amazon wollen Bundesliga-Tore in Echtzeit vorhersagen

Passend zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga in der Saison 2019/ 2020 starten die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Web-Plattform Amazon Web Services (AWS) ein Kooperationsprojekt. Mithilfe von Machine Learning sollen Echtzeit-Vorhersagen über bevorstehenden Torerfolg und Analysen taktischer Maßnahmen möglich sein. Ob das echten Fußballfans gefallen wird? Was ist der nächste Schritt – der AI-Schiedsrichter?


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aiLetter #1.13: AI-Trends 2020, Boschs AI-Offensive, AI-Hype im Gesundheitswesen, AI-Regeln aus dem Weißen Haus, AI-Neuheiten von der CES

aiLetter #1.13: AI-Trends 2020, Boschs AI-Offensive, AI-Hype im Gesundheitswesen, AI-Regeln aus dem Weißen Haus, AI-Neuheiten von der CES

Liebe Freunde des aiLetter,

auf geht es in ein neues Jahrzehnt, das, so verkünden es die Branchenkenner aktuell besonders lautstark, das Jahrzehnt der Artificial Intelligence wird. Deshalb widmen wir uns in dieser aiNews-Ausgabe dem ein oder anderen Ausblick auf das, was uns erwartet. So will zum Beispiel Bosch bis 2025 all seinen Produkten einen AI-Touch verpassen. Auch im DeepDive haben wir einige Lesetipps zu Expertenausblicken gesammelt.

Was sonst noch wichtig ist: Kann der AI-Hype im Gesundheitswesen halten, was er verspricht? Warum will die US-Regierung national zwar AI-Regulierungen einführen, international aber nicht bei der Gestaltung mit den anderen G7-Staaten mitspielen?

Im Taillight gibt es heute ein paar seeeehr nützliche AI-Tools von der Elektronikshow CES in Las Vegas.

Anke


ai@Work: Lösungen im Einsatz

AI Trends 2020: Hype und Potenziale

Fortune-Autor Jonathan Vanian macht in der aktuellen Ausgabe seines Newsletters vier Trends rund um Artificial Intelligence aus, die in 2020 Aufwind bekommen. Darunter: verstärkte Regulierung von AI durch Regierungen und eine zunehmende Relevanz chinesischer AI-Forschungsarbeiten. Als Metatrend wird es weiterhin darum gehen, wie aus Potenzialen gewinnbringende Business-Anwendungen werden – laut Fortune-Umfragen immer noch ein schwieriges Thema für viele Unternehmen.

Bosch: AI auf voller Linie

Der Elektronikkonzern will sich bis 2025 komplett auf Artificial Intelligence ausrichten. Jedes Produkt aus dem Hause Bosch soll dann einen AI-Anteil haben, sei es in der Entwicklung, im Produktionsprozess oder in der Anwendung. Entsprechend steigt der Bedarf an Fachpersonal in den kommenden Jahren. Rund 20.000 Mitarbeiter sollen für diese Entwicklung qualifiziert werden. Einen Fokus legt Bosch auf industrielle AI-Anwendungen.

AI in jedem Produkt: Mit dem Visual Visor bringt Bosch Artificial Intelligence in die Sonnenblende (Foto: Bosch)

Warner Bros.: Mit AI gegen Flops

Mit dem AI-basierten Projektmanagement-System des Unternehmens Cinelytic will die Filmproduktion zukünftig analysieren, welche Filme in welchen Regionen gut funktionieren würden und wann ein gutes Startdatum für bestimmte Filme ist. Als Datenbasis dient beispielsweise der Beliebtheitsgrad von Schauspielern.


aiInvest: Wer investiert wo?

Snap zahlt 166 Millionen US-Dollar für DeepFake-Start-Up

Das Unternehmen hinter der Social Media-App Snapchat – Snap – hat das ukrainische Start-up AI Factory übernommen. Dessen Team unter der Leitung des ehemaligen Snap-Ingenieurs Victor Shaburov, ist zum Beispiel für das neue Cameo Feature in Snapchat verantwortlich, mit dem Nutzer ihr Gesicht in verschiedene Videos und GIFs einbauen können. Diese Technologie basiert auf der auch im aiLetter bereits oft diskutierten AI-Anwendung für DeepFakes.

Lustiges Feature: Für den Entwickler der Cameos-Anwendung soll Snap um die 166 Millionen US-Dollar gezahlt haben (Foto: Techcrunch)

Google investiert in TypingDNA

Kann man Menschen anhand ihres Tippverhaltens auf einer Tastatur oder auf dem Smartphone erkennen? „Ja“ sagen die Entwickler des rumänisch-amerikanischen Start-ups TypingDNA. Mithilfe von Mustererkennung kann ihre Anwendung aktuell mit 99-prozentiger Sicherheit identifizieren, wer tippt. Dafür hat das Unternehmen jetzt von verschiedenen Investoren sieben Millionen US-Dollar eingesammelt, unter anderem von Googles AI-Fonds Gradient Ventures. Kunden für die Technologie gibt es laut Paul Ropa, CEO von TypingDNA, unter anderem im Finanzsektor, aber auch im Bildungssektor, da Lehrer so überprüfen könnten, welcher Schüler welche Inhalte selbst getippt hat.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Healthcare-AI: Ist der Hype berechtigt?

Der Hype um Artificial Intelligence hat das Gesundheitswesen längst erreicht. Branchenexperten befürchten jedoch, dass die Erwartungen an AI-Anwendungen vielfach zu hoch sind. Ein Grund: Viele Tech-Start-ups publizieren ihre Erkenntnisse nicht mehr in sogenannten Peer-Review-Journalen, wo sie von der Forschungsgemeinschaft kritisch geprüft werden. In ihrem Artikel für Kaiser Health News argumentiert Healthcare-Journalistin Liz Szabo weiter, dass bisher kaum ein AI-Produkt im Gesundheitsbereich klinischen Tests unterzogen wurde. Auch Aufsichtsbehörden wie die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) tun sich schwer mit entsprechenden Regulierungen von AI-Produkten.

AI-basierte Diagnose im OP

Ein konkretes Beispiel für AI-Anwendungen in der Diagnostik hat der Neurowissenschaftler Daniel Orringer mit seinem Team von der New York University entwickelt. Basierend auf einem neuronalen Netzwerk kann ein Hirntumor anhand von Gewebeproben innerhalb von zweieinhalb Minuten diagnostiziert werden, zum Beispiel während der Patient im OP liegt. Und das mit knapp 95-prozentiger Genauigkeit. Zum Vergleich: Ein Fachexperte braucht für die Gewebeanalyse ca. 30 Minuten, also mehr als 10 mal so lange ….

Hirntumore via Bilderkennung identifizieren: Eine neue Anwendung, entwickelt an der New York University, schafft dies in weniger als drei Minuten (Bild: Daniel Orringer, NYU Langone Health)


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

AI-Grundsätze aus dem Weißen Haus …

Die Administration von Donald Trump hat zehn Grundsätze für die Regulierung von Artificial Intelligence durch die US-Regierungsbehörden veröffentlicht. Diese sind Teil der American AI Initiative, mit der ein Weg hin zu einer nationalen Strategie für AI eröffnet werden soll. Die Ziele: die Beteiligung der Öffentlichkeit, das Vermeiden überbordender Regulierung und die Unterstützung von vertrauenswürdiger AI, die fair, transparent und sicher ist. Karen Hao erläutert den vermeintlichen Sinneswandel im Weißen Haus für den MIT Technology Review. Vor zwei Jahren wollte man dort nämlich noch nichts von AI-Regulierungen wissen …

… und US-Enthaltung in globaler AI-Initiative

Gleichzeitig beteiligt sich die US-Regierung jedoch nicht am internationalen Konsortium „Global Partnership on AI“. Sechs der G7-Staaten wollen in diesem Gremium globale Absprachen rund um den Einsatz von Artificial Intelligence treffen und so etwa ethischen Gesichtspunkten Rechnung tragen. US-Vertreter halten diese Regulierungen für überflüssige Bürokratie, die die AI-Entwicklungen von US-Unternehmen behindern könnten.


aiDeepDive: Vertiefung zum Wochenende

Vier Lesetipps, heute konzentriert auf verschiedene Perspektiven zum Auftakt des neuen AI-Jahrzehnts:

Mit einer archäologischen Brille auf neue Technologie schauen

AI-Expertin und Aufsichtsrätin Anastassia Lauterbach erläutert in ihrem Artikel für die WirtschaftsWoche, warum wir aktuell „Zeugen des technischen Endspurts einer jahrhundertelangen Entwicklungsgeschichte“ sind. Und wie wir mit einem geschulten und quasi „archäologisch geprägten“ Blick konstruieren können, was uns in Zukunft technologisch erwartet. Sie beantwortet auch, warum sich Unternehmen besonders mit „Explainable Artificial Intelligence“ (XAI) und „General Adversarial Networks“ (GAN) beschäftigen sollten. Spannende Lektüre!

Licht und Schatten: Von Big Data zu Big Intelligence

Tobias Kollmann, Professor für BWL und Wirtschaftsinformatik und Vorsitzender des Beirats Junge Digitale Wirtschaft (BJDW) im Bundeswirtschaftsministerium, argumentiert in seiner „Meinungsmache“ für das manager magazin, warum es ohne AI in Zukunft nicht mehr geht und wie das supervised und unsupervised Learning also das überwachte und unüberwachte Lernen von Algorithmen unser Leben besser machen wird, aber auch, welche kritischen Aspekte es zu meistern gilt.

USA und China machen, Deutschland diskutiert?

Während im Bundestag über die Gefahren von Artificial Intelligence diskutiert wird und die Bundesregierung mit der im November verabschiedeten AI-Strategie gerade einmal drei Milliarden Euro einsetzen will, erreichen die USA und China stetig neue AI-Meilensteine. So schildert es Sabine Kinkartz in ihrem Überblicksartikel für die Deutsche Welle. Mit dabei: anschauliche Anwendungsfälle von AI. Zum Beispiel: Chinesische Schüler in der Mensa bezahlen per Gesichtserkennung. Oder: AI-Entwickler des Hamburger Start-ups Cargonexx sorgen für weniger Leerfahrten von LKWs.

In 5 Schritten zu Menschen-zentrierter AI

Wie eine auf den Menschen fokussierte Artificial Intelligence aussehen könnte, haben Experten kürzlich an der MIT Sloan School of Management diskutiert und eine Roadmap mit fünf Schritten entwickelt. Das Webinar zu diesem Thema gibt’s im Video:


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

CES Las Vegas: Ein Feuerwerk der Artificial Intelligence

Auf der diesjährigen Elektronikmesse CES in Las Vegas wollten sich die Unternehmen bei der Vorstellung ihrer AI-gestützten Produkte wahrlich übertrumpfen. Samsung ging mit diesen Highlights an den Start:

1. Der humanoide Chatbot Neon: Der digitale Avatar sieht aus wie ein Mensch, verhält sich wie ein Mensch und zeigt Emotionen und Intelligenz wie ein Mensch. Und: diese Videochatbots sprechen verschiedene Sprachen, können aber keine Fragen beantworten wie Amazons Alexa. Wo soll Neon also zum Einsatz kommen? Zum Beispiel als TV-Moderator oder Concierge. Ich bin gespannt, wann es soweit ist …

Foto: Neon

2. Ein intelligenter Ball übernimmt die Regie: Was wäre ein Haushalt in den 2020ern ohne Artificial Intelligence als Manager? Ballie, ein gelber Ball mit Kamera und AI im Blut, kümmert sich um Mensch und Tier. Na, wer damit sein Leben nicht im Griff hat …

Mit einem Klick auf das Bild geht’s zum Video:


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