aiLetter #1.18: ARIC startet in HH, AI-Mayflower, Tesla distanziert Toyota & VW, Google größter AI-Einkäufer, Boeing geht Solo, AI und Antibiotika, EU-Weißbuch, US-Defense-Papier, InspiroBot klopft schlaue Sprüche

aiLetter #1.18: ARIC startet in HH, AI-Mayflower, Tesla distanziert Toyota & VW, Google größter AI-Einkäufer, Boeing geht Solo, AI und Antibiotika, EU-Weißbuch, US-Defense-Papier, InspiroBot klopft schlaue Sprüche

Liebe Freunde des aiLetter,

auch die heutige Ausgabe Eures aiLetter bekommt Ihr zum Wochenbeginn. Diesmal beschäftigen wir uns mit der Eröffnung des Artificial Intelligence Center in Hamburg, der Pilgerreise einer AI-Mayflower nach Neuengland, dem scheinbar großen AI-Vorsprung von Tesla vor Toyota und Volkswagen, den AI-Einkäufen von Google, einem neuen Solo-Trip-Projekt von Boeing und dem Einsatz von AI in der Generierung eines neuen Stammes von Antibiotika. In aiPolicy und im DeepDive findet Ihr einiges zum gerade erschienenen AI-Weißbuch der Europäischen Kommission und einem Regelpapier des US-Defense Innovation Board. Und im Taillight könnt Ihr mit dem InspiroBot schlaue Sprüche und hübsche Poster generieren.

Viel Spaß dabei!

PS: Der aiLetter geht ab Aschermittwoch kurz in die Fastenzeit … und erscheint wieder zum Wochenende der 10. Kalenderwoche.  


ai@Work: Lösungen im Einsatz

AI startet durch – ARIC Eröffnung im Hamburger Dockland

In der Metropolregion Hamburg wird Artificial Intelligence jetzt konzentriert. Mit der offiziellen Eröffnung des ARIC-Zentrums (Artificial Intelligence Center Hamburg e. V.) im Dockland startete die Arbeit. Das ARIC versteht sich als branchen- und themenübergreifender Ansprechpartner für alle Fragen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und vereint dabei bereits diverse vielfältige Stakeholder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Zur Eröffnung überreichten Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Hansestadt, und Ralf Sommer, Vorstand der IFB (Hamburger Investitions- und Förderbank), mit einem Förderbescheid über 400.000,- Euro das passende Startgeschenk.

(Foto: aiLetter)

IBM und Marine AI pilgern mit der Mayflower nach Neuengland

Die Pilgerfahrt der Mayflower von Plymouth in England nach Massachusetts im Jahr 1620 ist Vorbild … nun wollen die Unternehmen Marine AI und IBM ein kleineres Modell ohne Besatzung auf die Reise senden. Die komplette Navigation und Steuerung des autonom fahrenden „Mayflower-Boots“ soll auf der langen Seereise von einem AI-basierten Edge-Computing-Modul übernommen werden. Das Training der Artificial Intelligence Lösung mit Ozeandaten übernehmen dabei die Universität von Plymouth und ProMare, eine gemeinnützige Meeresforschungsorganisation.

Ist Tesla in seiner AI-Nutzung 6 Jahre weiter als VW und Toyota?

Toyota und Volkswagen verkauften zuletzt jährlich mehr als 10 Millionen Autos, Tesla im letzten Jahr mit ca. 367.500 nicht einmal 4 % davon. Doch im Hinblick auf Elektronik und hier speziell die Nutzung von Technologien der Artificial Intelligence scheint das Unternehmen von Elon Musk weit voraus zu sein. Japanische Ingenieure von Nikkei Business haben einen Tesla Modell 3 komplett auseinander gebaut und fanden dabei elektronische Bauteile, die nach ihrer Ansicht der Technik der klassischen Autobauer 6 Jahre voraus sind. Insbesondere die AI-Chip bestückten Elektronik-Boards für Autonomes Fahren und Infotainment sollen zukunftsweisende technische Lösungen sein.

Ein AI-Chip-Board für autonomes Fahren und eine Mediensteuereinheit für das „Infotainment“-System … und zwischen den Einheiten ist ein wassergekühlter Kühlkörper installiert. (Foto: Nikkei xTech)


aiInvest: Wer investiert wo?

Google liegt in der Rangliste der Einkäufer von AI-Startups vorn

Seit 2009 hat Google laut dieser Rangliste von RS Components mehr AI-Startups gekauft als jedes andere Unternehmen. Auf Basis von Crunchbase-Daten und Informationen aus Quellen wie Wall Street Journal und Business Insider ermittelte RS Components, dass Google in den letzten 11 Jahren 30 Startups zu Gesamtkosten von beinahe 4 Mrd. Dollar gekauft hat. Dazu gehörten unter anderem die Übernahme von Onward im Jahr 2019 sowie die Käufe von DeepMind im Jahr 2014 und PittPatt im Jahr 2011. Auf den Plätzen zwei und drei der Rangliste folgen Apple und Facebook, wobei Apple 18 KI-Unternehmen für 886 Millionen Dollar und Facebook 12 für etwas mehr als 1 Milliarde Dollar erwarb.

Boeing auf Solo-Trip

Der amerikanische Flugzeughersteller ist momentan weltweit hinter Airbus vor allem wegen des Desasters mit dem Unglücksflieger 737-Max nur noch die Nummer 2. Setzt der Konzern deshalb jetzt auf neue Lösungen? Boeing sponsert einen GoFly-Wettbewerb, bei dem Prototypen von Solo-Passagierdrohnen miteinander konkurrieren. Die Auswahl begann mit 850 Teilnehmern und ist nun auf fünf Teams aus der ganzen Welt reduziert. Der finale Wettbewerb findet am 29. Februar statt und das Gewinnerteam erhält 1 Million Dollar.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Artificial Intelligence identifiziert neue hochwirksame Antibiotika

Ein vom MIT (Massachusetts Institute of Technology) entwickeltes AI-Modell hat eine antibiotische Verbindung identifiziert, die in der Lage war, „viele der weltweit problematischsten krankheitsverursachenden Bakterien“ zu vernichten, einschließlich einiger bisher antibiotikaresistenter Stämme, berichten die MIT News. In nur wenigen Tagen kann der maschinelle Lernalgorithmus Millionen von chemischen Verbindungen durchsuchen und dabei hochwirksame neue Antibiotika identifizieren. „Unser Ansatz hat dieses erstaunliche Molekül enthüllt, das wohl eines der leistungsstärksten Antibiotika ist, das jemals entdeckt wurde“, sagt Professor James Collins.

Laut The Next Web kann das neue Halicin-Antibiotikum auch das bisher gegen Antibiotika resistente Bakterium Acinetobacter baumannii bekämpfen, das in den letzten Jahren diverse Soldaten im Irak-Einsatz infiziert hatte.


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

Schon wieder: Europäische Union und Artificial Intelligence

Die Europäische Union hat in dieser Woche ihr Weißbuch zur Künstlichen Intelligenz vorgelegt. Auf 32 Seiten werden „politische Optionen“ für ein koordiniertes europäisches Konzept beschrieben. (Das vollständige Dokument könnt Ihr über den Link im DeepDive beziehen.)

AI Nutzung soll laut des Papiers sowohl gefördert als auch deren Gefahren begrenzt werden. Allein dieser Spagat ist schon schwierig zu gehen. Doch noch problematischer: von dem ursprünglich durch die Europäische Kommission angedachten fünfjährigen Moratorium für Gesichtserkennung ist tatsächlich nichts übrig geblieben.

Die Europäische Kommission rudert im Weißbuch bei Gesichtserkennung zurück … (Foto: Quartz)

Die Bedenken vieler Fachleute will die EU nun damit berücksichtigen, dass sie eine „breit angelegte europäische Debatte einleitet“. Besonders pikant: Intercept berichtet aktuell von durchgesickerten Berichten, die zeigen, dass die Polizeibehörden diverser EU-Staaten ein paneuropäisches Netzwerk von Datenbanken zur Nutzung von Gesichtserkennung planen.

 

US-Verteidigungsministerium will AI-Projekte einheitlich regeln

Das US-Verteidigungsministerium will einer Veröffentlichung von Defense One zufolge Regeln für die Entwicklung und Umsetzung von AI-Projekten verabschieden. Der Sprecher des Joint Artificial Intelligence Center des Pentagon betont, das Ministerium „befindet sich in der Endphase der Annahme von AI-Prinzipien, die im gesamten US-Militär umgesetzt werden“.

Vor einigen Monaten veröffentlichte bereits das unabhängige Defense Innovation Board ein Papier mit dem Titel „Empfehlungen zur ethischen Nutzung der AI“. (Auch dieses Papier findet Ihr im aktuellen DeepDive.)

Die bevorstehenden Regelungen des Pentagon werden wohl weite Teile dieses Entwurfs aufgreifen, die strenger sind als viele AI-Regeln von Technologie-Unternehmen wie Google. Ziel sei es vor allem, die „menschliche Kontrolle über AI-Systeme“ zu behalten, berichtet Defense One.


aiDeepDive: Vertiefung für ruhige Lesestunden

Lesetipp 1: „Weißbuch zur Künstlichen Intelligenz“ der Europäischen Union

Ja, es ist lesenswert … in diesem Papier der Europäischen Kommission wird die ganze Bandbreite der verschiedenen Interessen rund um die Entwicklung und Nutzung von Artificial Intelligence deutlich. Und zwar sowohl in dem , was drin steht als auch in dem, was nicht oder nur nebulös berührt wird.

Lesetipp 2: „Empfehlungen zur ethischen Nutzung von AI“ des US Defense Innovation Board

Wenn es um den militärischen Einsatz von Artificial Intelligence geht, werden hier Maßstäbe gesetzt. Die USA sind auf diesem Gebiet dem Rest der Welt weit voraus und eben auch tonangebend im Bereich möglicher Regelungen. Und der Terminator lässt eben doch noch nicht grüssen …


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

„Kluge“ Zitate und Poster vom InspiroBot

Der US-Künstler Christian Bolt hat mit dem AI-basierten InspiroBot humorvolle (?) Sprüche und Poster erstellt, die er in einem neuen Video präsentiert. Auf seinem YouTube-Kanal erklärt Bolt, dass der Bot auf der Grundlage vieler anderer Zitate, an denen er trainiert wurde, motivierende und lustige Sprüche generiert und diese mit Fotos kombiniert. Einige Zitate, die Bolt teilt: „Familienzeit ist normalerweise von Massenhysterie begleitet“ und: „Glaubst du, dass Androiden das sind, was sie sind, weil alles ewig ist?“

Probiert es doch selbst aus: Auf der InspiroBot-Webseite klickt man einfach auf die Schaltfläche und der Bot erledigt den Rest.


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aiLetter #1.17: AI soll Hits entdecken, 10 Top-AI-Unternehmen, Shells AI-Ausbildung, US erhöht Budget, Facebook Einkaufstour, AI in Medizin & Journalismus, EU Kommission knickt ein, Wettbewerbswandel & AI, Verbot in Holland, AI auf dem Prüfstand, Travis Bott rappt …

aiLetter #1.17: AI soll Hits entdecken, 10 Top-AI-Unternehmen, Shells AI-Ausbildung, US erhöht Budget, Facebook Einkaufstour, AI in Medizin & Journalismus, EU Kommission knickt ein, Wettbewerbswandel & AI, Verbot in Holland, AI auf dem Prüfstand,  Travis Bott rappt …

Liebe Freunde des aiLetter,

wie angekündigt konnten wir aus organisatorischen Gründen in der letzten Woche nicht erscheinen und die heutige Ausgabe Eures aiLetter bekommt Ihr zum Wochenbeginn. Ungeachtet dessen findet Ihr auch in dieser Ausgabe eine bunte Mischung von Informationen aus der Welt der Artificial Intelligence: der nächste Musikhit soll durch AI entdeckt werden, 10 aufstrebende AI-Unternehmen, die AI-Ausbildungsoffensive von Shell, US-Regierung erhöht massiv ihr AI-Entwicklungsbudget, die Facebook-Einkaufstour geht weiter, AI soll die Behandlung von Depressionen verbessern, der Einsatz von AI im Journalismus wird intensiviert und die Europäische Kommission wankt in ihrer Haltung zur Gesichtserkennung.

Im DeepDive gibt es drei Lesetipps für ruhige Stunden: Wie entwickelt sich der unternehmerische Wettbewerb in Zeiten der AI? Ein holländisches Gericht verbietet behördliche Betrugserkennungs-Software, AI-Anwendungen in Deutschland auf dem Prüfstand. Und im Taillight bekommt Ihr etwas auf die Ohren: Travis Bott rappt …

Viel Spaß beim Lesen und Hören!


ai@Work: Lösungen im Einsatz

Wird der nächste große Musiker von AI entdeckt?

Das neue Musik-Label Snafu nutzt Artificial Intelligence Technologie, um auf Plattformen wie z.B. YouTube, Spotify, Tiktok und SoundCloud neue Künstler mit Musikstücken zu finden, die das Potential zum nächsten Hit haben. Der Algorithmus sucht dabei nach Stücken, die ähnlich sind wie Musik aus der Spotify-Top-200-Liste … aber differenziert genug, um neu und frisch zu klingen. Mit Hilfe der AI will man sich vor allem einen Vorsprung vor konkurrierenden Musik-Labeln beim Aufspüren neuer Künstler machen.

… den nächsten Hit will Snafu mit Hilfe von Artificial Intelligence entdecken (Foto: Engadget)

10 aufstrebende Unternehmen der Artificial Intelligence

AI kann nahezu jede Branche disruptieren und nicht jede Anwendung findet ungeteilten Beifall. Das Cambridge Innovation Institute hat nun 10 aufstrebende Unternehmen identifiziert und in seinen aitrends vorgestellt, die nach Ansicht der Experten die wahren Möglichkeiten von Artificial Intelligence nutzen, um unser Leben einfacher und effizienter zu gestalten.

Shell startet unternehmensweite AI-Ausbildungsoffensive

Die britisch-holländische Ölgesellschaft Shell rollt ein online-gestütztes Weiterbildungs-Programm zu Artificial Intelligence aus. Mitarbeiter sollen lernen, wie man mit Hilfe von AI-gestützten Technologien Kosten reduzieren, zusätzliche Erlöse generieren und Geschäftsprozesse verbessern kann. Von den weltweit ca. 82.000 Mitarbeitern interessieren sich bereits 2.000 für die freiwilligen Kurse des Programms, das in Zusammenarbeit mit dem Online-Ausbilder Udacity angeboten wird.


aiInvest: Wer investiert wo?

US-Regierung will Ausgaben für AI Forschung massiv erhöhen

Der Haushaltsvorschlag der US-Regierung für 2021 sieht laut Wall Street Journal eine erhebliche Aufstockung der KI-Finanzierung in mehreren Regierungsbehörden vor, darunter für die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) und die National Science Foundation (NSF). Während die vorgesehenen Ausgaben für Forschung und Entwicklung insgesamt sinken würden, würden sich die Ausgaben für die Forschung in AI und die Quanteninformationswissenschaften etwa auf 1.1 Milliarden US-Dollar verdoppeln.

In einem Artikel der New York Times ist nachzulesen, wofür die hohen zusätzlichen Mittel ausgegeben werden sollen.

Facebook ist weiter auf AI-Einkaufstour

Der amerikanische Gigant hat in den letzten Jahren seine Kompetenz in Artificial Intelligence mit eigenen Entwicklungen, aber auch vor allem mit Zukäufen von Startups in diesem Bereich massiv ausgebaut. Anfang des Monats wurde der Kauf des Londoner Unternehmens Scape Technologies veröffentlicht. Das Startup beschäftigt sich mit „Visual Positioning Service“, der auf Basis von Echtzeit-Fotos und -Videos eine wesentlich genauere Standortbestimmung als GPS ermöglicht und damit Basis für Augmented Reality Anwendungen der nächsten Generation sein soll.

(Grafik: Scape Technologies)

Nun wurde bekannt, daß bereits im Dezember des letzten Jahres das ebenfalls britische Startup Deeptide Ltd. erworben wurde. Zu Deeptide gehört Atlas ML, die Betreiber der Plattform „Papers with Code“, einer bisher freien Ressource für offene Veröffentlichungen und Tools zum maschinellen Lernen.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Artificial Intelligence soll Behandlung von Depressionen verbessern

Die schnelle und präzise Erkennung von Korrelationen ist eine spezifische Stärke von Ai-gestützten Anwendungen. Wissenschaftler aus Stanford haben jetzt mit Hilfe eines maschinellen Lernalgorithmus ein Verfahren entwickelt, bei dem bestimmte Hirnwellen anzeigen, daß ein spezielles Medikament bei Depressionen besonders wirksam ist. Die noch im Versuchsstadium befindliche Anwendung soll nun auf weitere Medikamente und psychische Krankheiten ausgeweitet werden.

(Grafik: Zoloft)

Neue Entwicklungen mit AI im Journalismus

Bloomberg und Reuters machen mit neuen Ai-basierenden Entwicklungen auf sich aufmerksam. Das Cyborg-System von Bloomberg soll dabei einen Finanzbericht im Augenblick seines Erscheinens sezieren und Meldungen mit den wichtigsten Fakten und Zahlen generieren.

Reuters hingegen entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Londoner Startup Synthesia ein vollautomatisches System für Kurznachrichten im Sport. Der Clou ist ein Moderator, dessen real gefilmte menschliche Ausgangsbasis mit einer AI-Anwendung digital kopiert und der entsprechenden Sportnachricht angepasst wird …

(Bild: Reuters/ Synthesia)


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

Europäische Union und ihre schwankende Haltung zu Artificial Intelligence

Während Margrethe Vestager, die zuständige Kommisarin der Europäischen Kommision, vor einigen Tagen Artificial Intelligence noch zu einer Frage von Leben oder Tod für uns erklärte, soll die Europäische Union nun beschlossen haben, auf eigene Regelungen z.B. im Fall von Gesichtserkennungs-Software zu verzichten. Nach einer Meldung der Financial Times sollen statt dessen die Mitgliedsstaaten eigene Regelungen entwickeln und umsetzen. Damit sei der bisher geplante EU-Entwurf vom Tisch, der für den Einsatz der Technologie sehr rigide Regelungen auf europäischer Ebene vorsah und gerade von Bürgerrechtlern sehr begrüßt wurde. Maßgeblichen Einfluss dagegen hätten Sicherheitsorgane ausgeübt …


aiDeepDive: Vertiefung für ruhige Lesestunden

Lesetipp 1: Unternehmerischer Wettbewerb in Zeiten der AI

In einer AI-getriebenen Welt können digitale Unternehmensmodelle gigantische Wachstumsraten erreichen, Märkte neu entstehen und bestehende schnell kollabieren lassen. So lautet ein Resümee der beiden Harvard-Forscher Marco Iansiti und Karim Lakhani, die ihre Ergebnisse in einem lesenswerten Artikel der Harvard Business Review präsentieren.

Lesetipp 2: Holländisches Gericht verbietet AI-Einsatz zur Betrugsentdeckung

Ein holländisches Gericht hat den Sozialbehörden des Landes den Einsatz einer AI-gestützten Software zur Betrugserkennung bei Sozialhilfeempfängern verboten. Das System SyRI war als ein Risikoberechnungsmodell entwickelt worden, um die Wahrscheinlichkeit einer Person vorherzusagen, dass sie sich an Leistungen und Steuerbetrug sowie an Verstößen gegen das Arbeitsrecht beteiligt. Die Berechnungen von SyRI zapften einen riesigen Pool persönlicher und sensibler Daten an, von Beschäftigungsunterlagen bis hin zu Bildungs- und Wohndaten.

Lesetipp 3: Algorithmische Anwendungen in Deutschland auf dem Prüfstand

Die Bertelsmann Stiftung hat eine Studie herausgegeben, die fünf Anwendungsfälle algorithmischer Systeme auf den Prüfstand stellt. Die Autorengruppe zeigt, daß hierzulande insbesondere Anwendungen, die auf Basis personenbezogener Daten vollautomatische Entscheidungen treffen würden, mit dem bestehenden deutschen Rechtsrahmen und mit übergreifenden europäischen Regelungen nicht vereinbar sind.


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

Travis Bott macht Musik …

Der Rapper, Songwriter und Produzent Travis Scott hat einen digitalen Zwilling bekommen: Travis Bott. Unter Nutzung von AI wurde für den digital gezeugten Musiker ein Song mit an die Musik seines Vorbildes angelehntem Klang und nach Erkenntnis der Produzenten nicht so ganz passender Lyrik entwickelt. Das im vorstehenden Link abrufbare offizielle Video zeigt Bott, wie er mit dem Rest seiner AI-Crew um einen Lamborghini zu seinem Song „Jack Park Canny Dope Man“ tanzt. Naja, wem’s gefällt … ist Geschmacksache.

(Bild: Suzanne Cordeiro)


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aiLetter #1.15: Björk macht Musik, AI in Medizin, AI gegen Kinderpornos, Investitionen in Cardiologs und Scoutbee, das „Auto“ Origin, EU gegen Gesichtserkennung, Skandal Clearview AI, AI übersetzt Tiersprache

aiLetter #1.15: Björk macht Musik, AI in Medizin, AI gegen Kinderpornos, Investitionen in Cardiologs und Scoutbee, das „Auto“ Origin, EU gegen Gesichtserkennung, Skandal Clearview AI, AI übersetzt Tiersprache

Liebe Freunde des aiLetter,

Artificial Intelligence hat viele Anwendungen, von denen wir nicht wissen, was wir von ihnen halten sollen. Wenn Björk mit Hilfe einer Microsoft AI-Anwendung die Gäste eines New Yorker Hotels mit Klängen verzaubert, dann finden aber nicht nur wir das toll!

Wir haben interessante Artikel zum Einsatz von Artificial Intelligence in der Medizin für Euch, berichten über den Einsatz von AI gegen Kinderpornografie in Niedersachsen, interessante Investitionen und Investitionsvolumen in Europa und zeigen ein wirklich ungewöhnliches „Auto“.

Ein Schwerpunkt ergab sich automatisch: mit der Aufdeckung des Skandals um das US-amerikanische Unternehmen Clearview AI durch die New York Times und die Initiative der Europäischen Union dreht sich aktuell viel um Auswüchse der Gesichtserkennung.

Unser Taillight ist tierisch … Dr. Doolittle hätte seine helle Freude.

Viel Spaß bei der Lektüre und ein schönes Wochenende wünschen Euch

Anke und Bernd


ai@Work: Lösungen im Einsatz

Björk macht mit Artificial Intelligence von Microsoft wetterabhängige Musik

Die für ihre innovativen Auftritte bekannte isländische Sängerin Björk produziert mit einer AI-Anwendung von Microsoft Musik für das New Yorker Hotel Sister City. Die im Hotel gespielte Musik verändert sich mit der Jahreszeit, derTageszeit und dem aktuellen Wetter. Dazu wird die Microsoft-Software mit einer Live-Außenkamera und Messgeräten am Hotel an der Lower East Side verbunden.

Björk’s Klänge verzaubern die Gäste eines New Yorker Hotels – produziert mit AI von Microsoft
(Foto: Microsoft)

Scott Stein, Redakteur bei CNET, hat das Hotel vor einigen Tagen besucht und berichtet begeistert in seinem hier verlinkten Beitrag. Scott Stein fand das Musik- und Klangerlebnis so beeindruckend, daß er eine entsprechende Anwendung nun gerne zuhause haben möchte. Ein neues Geschäftsfeld für Microsoft?

Künstliche Intelligenz – Pro und Contra zum Einsatz in der Medizin

Das Krankenhaus „Barmherzige Brüder“ in Regensburg zieht nach sechs Wochen des Einsatzes einer KI-gestützten Technik für Darmspiegelungen positive Bilanz. Mit mehr als 90 % Zuverlässigkeit würden potentiell problematische Stellen in der Darmwand entdeckt und die damit erreichte Erkennungsrate sei höher als die geübter Mediziner. Doch die Kompetenz, mit den Daten verantwortungsbewusst umzugehen, wird KI nach Ansicht des Regensburger Chefarztes nicht leisten können und damit Ärzten vorbehalten bleiben.

Zum Thema des Einsatzes von Artificial Intelligence in der Medizin hat auch Google vor kurzem eine Studie vorgestellt. Was zunächst vor allem die Chancen deutlich zu machen schien, zeigt aber wohl auch die Risiken, die hier lauern. Wenn Ärzte die falschen Fragen stellen oder die falschen Schlüsse aus den Ergebnissen der AI-gestützten Diagnosetools stellen, würde schlechte Medizin noch schlechter gemacht.

Polizei in Niedersachsen setzt KI-Software im Kampf gegen Kinderpornos ein

IT-Spezialisten des niedersächsischen Landeskriminalamtes haben eine KI-gestützte Anwendung entwickelt, mit der Online-Inhalte wesentlich schneller auf kinderpornografisches Material durchsucht werden kann. Von der erheblich höheren Geschwindigkeit erhoffen sich die Experten einen effizienteren Einsatz ihrer Fahnder und damit eine höhere Entdeckungsrate und einen schnelleren Zugriff auf Täter.

Wilder Westen – der Job nach der Universität und die Hürde der AI-Interviews

Wir berichteten im letzten aiLetter bereits über dieses Thema. Hier noch ein aktueller Artikel aus CNN-Business dazu … Matthew French, ein Verantwortlicher der University of North Carolina (UNC), sagt: “Was mich an AI beunruhigt, ist, daß AI nicht das Herz eines Menschen und seinen Antrieb erkennen kann.“ Stößt Artificial Intelligence hier an ihre Grenzen?


aiInvest: Wer investiert wo?

15 Millionen Dollar für ein französisches Herzmedizin-Startup

Unabhängig von der Diskussion über Chancen und Risiken des Einsatzes von AI in der Medizin wird weiter kräftig investiert. Cardiologs, ein französisches Medizintechnik-Startup, hat in einer ersten Finanzierungsrunde 15 Millionen Dollar eingesammelt. Damit sollen die AI-basierenden Diagnose-Tools des Unternehmens weiter entwickelt werden.

Scoutbee erhält 60 Millionen Dollar für Ausbau der digitalen Beschaffungsplattform

Digitale Beschaffungsplattformen zur besseren Verbindung von Einkäufern und Lieferanten liegen voll im Trend. Das Berliner Unternehmen Scoutbee hat nun in einer weiteren Finanzierungsrunde 60 Millionen Dollar erhalten, um die Internationalisierung des Geschäfts voran zu treiben. Und die Geschäftsführer freuen sich …

(Fabian Heinrich – Gregor Stühler – Lee Galbraith, Foto: Scoutbee)

2019 – ein Rekordjahr für Risikokapital-Investitionen in Großbritannien

Brexit hin, Brexit her … im United Kingdom wird weiter kräftig in die Zukunft investiert. Nach den hier detaillierten Statistiken wurde 2019 in Großbritannien mehr in entsprechende Unternehmen – nicht nur im Bereich Artificial Intelligence – investiert als in Deutschland und Frankreich zusammen. Aussagekraft über die Effizienz der damit eingesetzten Mittel hat dies natürlich nicht …


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Origin – ein fahrerloses Auto ohne Lenkrad und Pedale aus den USA

Cruise, ein Unternehmen im Mehrheitsbesitz des US-amerikanischen General-Motors Konzerns, hat einen Prototyp eines ersten fahrerlosen Autos ohne Lenkrad und Pedale vorgestellt. Auto? Die Cruise-Mitarbeiter nennen es nicht Auto, sondern „Das Eigentum“. Dieses Elektrofahrzeug erinnert irgendwie an Star-Wars-Vehikel und was sofort auffällt, ist der im Verhältnis zu den Außendimensionen riesige Innenraum. Kernidee des Projekts war eben von Anfang an, das Gefährt ohne Fahrer zu bauen.

Cruise’s erstes vollständig fahrerloses Fahrzeug - ORIGIN

aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

EU-Abgeordnete fordern Vorrang des Menschen gegenüber Artificial Intelligence

In einer Resolution haben EU-Parlamentarier in dieser Woche eine erklärbare und transparente Künstliche Intelligenz gefordert. Menschen müssten bei algorithmisch gestützten Entscheidungen immer das letzte Wort haben, niemand soll auf Basis seines Datensets diskriminiert werde dürfen und Hersteller von AI-Lösungen sollen klar definierten Pflichten unterworfen werden. Im DeepDive findet Ihr zu diesem Thema einen Link zu einem ausführlichen Dokument des Europäischen Parlaments. Die Wettbewerbskommisarin Vestager will einen erweiterten Entwurf im Februar diesen Jahres vorstellen. Vorab ist durchgesickert, daß in dem Papier gefordert wird, Technologie zur Gesichtserkennung massiv einzuschränken.

Andrian Kreye schreibt in einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung über die Überlegungen der EU, den Einsatz von AI sehr sorgfältig zu regulieren und formuliert etwas reißerisch, daß „Daten das neue Plutonium seien“.

Google-Chef Sundar Pichai will die Gefahren von AI besser in den Griff bekommen
(Foto: Michael Sohn / Picture Alliance)

Doch nicht nur die Politik stellt entsprechende Überlegungen an – auch in internationalen Konzernen wie Google ist das Thema virulent. So spricht der Google-Chef Sundar Pichai davon, daß die Künstliche Intelligenz gebändigt werden muss und Schaden und Nutzen genau abzuwägen sind.


aiDeepDive: Vertiefung zum Wochenende

Lesetipp 1: New York Times veröffentlicht Skandal um Clearview AI

Die New York Times deckt einen Skandal um Clearview AI auf, dessen Tragweite noch nicht absehbar ist. Das von dem Australier Hoan Ton-That aufgebaute Startup hat eine Gesichtserkennungstechnik entwickelt, die im weltweiten Netz ohne Kenntnis der betroffenen Personen Milliarden von Fotos gesammelt hat. Doch dies ist nur ein Teil des Skandals – angeblich geschah dies auch ohne Wissen und Zustimmung der entsprechenden Foto-Datenbanken wie z. B. der von Facebook und ähnlicher Unternehmen. Und: die Software wurde bereits an Hunderte von Polizei- und Ermittlungsbehörden in den USA verkauft.

Lesetipp 2: Der SPIEGEL greift die Clearview AI Story auf

In einem aktuellen Bericht greift der SPIEGEL den Skandal rund um das US-amerikanische Startup Clearview AI auf und stellt die Verbindung zu den aktuellen Überlegungen der verschiedenen EU-Institutionen her.

Lesetipp 3: Das Papier des Europäischen Parlaments zur AI-Ethik

Hier findet Ihr das bereits angekündigte ausführliche Papier des Europäischen Parlaments über Richtlinien zu einer Artificial-Intelligence-Ethik. Die Parlamentarier sind sich offenkundig auch darüber bewusst, daß der Grat zwischen sinnvoller Reglementierung und destruktiver Verhinderung von Technologie schmal ist.


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

WAUWAU, Dr. Doolittle … wie AI zur Übersetzung von Tiersprache genutzt wird

Der Traum von Dr. Doolittle wird wahr … mit Artificial Intelligence wird Tiersprache für uns verständlich. Das Startup ZOOLINGUA möchte die Verbindung zwischen Hunden und ihren Besitzern verbessern. Mit Hilfe einer auf AI-Technologie beruhenden mobilen App sollen Menschen ihre lieben Vierbeiner besser verstehen. Aber auch andere Institutionen arbeiten an diesem Thema … die Laute von Hühnern werden durch das Georgia Institute of Technology untersucht, um den Einfluss verschiedener Umweltfaktoren auf deren Wohlbefinden zu analysieren. Zum Gackern?


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aiLetter #1.14: AI und Wetter, Arbeitsplatzabbau, AI im Bewerbungsprozeß, Neues aus dem Allen-Institute, Neurowissenschaft und Machine Learning, Lebende Maschinen, AI in Mittweida und AI-Hauptstadt Berlin, Fußball-Bundesliga

aiLetter #1.14: AI und Wetter, Arbeitsplatzabbau, AI im Bewerbungsprozeß, Neues aus dem Allen-Institute, Neurowissenschaft und Machine Learning, Lebende Maschinen, AI in Mittweida und AI-Hauptstadt Berlin, Fußball-Bundesliga

Liebe Freunde des aiLetter,

wir reden gerne über das Wetter. Aber auch mit Artificial Intelligence wird dieses nicht besser, doch durch eine Lösung von Google-Wissenschaftlern möglicherweise aktueller und lokaler vorhersehbar.
AI und der Arbeitsmarkt – zu dieser Thematik findet Ihr ebenso einige Meldungen wie Neuigkeiten zum US-amerikanischen Paul-Allen-Institute. Daneben haben wir für Euch aktuelle Beiträge zu Machine Learning in der Neurowissenschaft, eine uns durchaus irritierende Story zu Lebenden Maschinen, Lesetipps zu einer AI-Initiative für Berlin und zu einem neuen Ansatz aus dem Freistaat Sachsen sowie ein Taillight passend zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga.

Viel Spaß bei der Lektüre und einen guten Start in die neue Woche wünschen Euch

Anke und Bernd


ai@Work: Lösungen im Einsatz

Wetter wird mit AI nicht besser, aber besser vorhersehbar

Eine schnellere und aktuellere Wettervorhersage präsentieren Google-Wissenschaftler. Mit Hilfe von Machine Learning haben sie eine Methode entwickelt, die bereits jetzt im praktischen Einsatz eine präzisere Wettervorhersage als konventionelle Modelle erlaubt. Besonders die zeitnahe Vorhersage von zeitlich eng abgegrenzten und sehr lokalen Wetterereignissen wie z.B. lokale Stürmen soll damit wesentlich verbessert werden.

Artificial Intelligence und Arbeitsplatzabbau im US-Radio

Das US-amerikanische Medienunternehmen iHeartMedia, das größte Radio-Konglomerat des Landes, hat im zeitlichen Zusammenhang mit signifikanten Investitionen in AI einen massiven Arbeitsplatzabbau gestartet. Nach einer Meldung des Musikmagazins Rollling Stone werden bis zu 850 Mitarbeiter des Konzerns gehen müssen, darunter bis zu 60 DJ’s von iHeartRadio. Ob die Arbeitsplätze tatsächlich 1:1 von AI-Systemen ersetzt werden oder welche Rolle organisatorische Veränderungen beim Arbeitsplatzabbau spielen, ist allerdings fraglich.

Studenten in Südkorea überlisten AI in Bewerbungsinterviews

„Lächle mit Deinen Augen“ ist einer der Tipps von Karriereberatern in Südkorea. Nachdem immer mehr Unternehmen Artificial Intelligence zur Analyse von Videointerviews mit Bewerbern einsetzen, bieten Karrieremarkt-Berater jetzt Kurse an, wie die hier genutzten Bots ausgetrickst werden können.

 

Kim Seok-wu, Student in Sungnam (Südkorea), trainiert mit einem AI-gestützten Interview-Programm (Foto: REUTERS, Kim Hong-Ji)


aiInvest: Wer investiert wo?

Apple kauft AI-Software-Startup des Allen Institute

Wird Artificial Intelligence zukünftig mehr Endgeräte-gestützt oder Cloud-gestützt eingesetzt? Apple beschäftigt sich mit dieser Frage und investiert jetzt bis zu 200 Mio. US-Dollar in das AI-Software-Unternehmen Xnor.ai, das auf AI-gestützte Software auf Endgeräten spezialisiert ist. Die Lösungen des Startups basieren z.B. auf einer dezentralen solarbetriebenen Energieversorgung, gezeigt im folgenden Video. Ein pikantes Detail: das Unternehmen stammt aus dem Inkubator des Allen Institute des Microsoft-Co-Gründers Paul Allen.

Allen Institute investiert weiter in AI-Unternehmen der Zukunft

Der vor zwei Jahren gestartete Inkubator des „Allen Institute for Artificial Intelligence“ investiert auch nach dem Verkauf von Xnor.ai weiter. In Zusammenarbeit mit potenten Venture-Capital-Unternehmen wie Sequoia Capital, Two Sigma und Kleiner Perkins werden erhebliche Mittel in die Entwicklung der nächsten Generation von AI-Unternehmen gesteckt. Ziel ist, daß aus dem in Seattle beheimateten Zentrum in jedem Jahr 3 – 5 erfolgreiche Startups hervorgehen.

30 Mio. US-Dollar für Phenom People zum Ausbau seiner HR-Lösungen

Das US-amerikanische Unternehmen Phenom People aus Philadelphia hat in einer weiteren Finanzierungsrunde 30 Mio. US-Dollar eingesammelt. Mit diesen Mitteln sollen die AI-gestützten Lösungen des Unternehmens für den HR-Bereich (ein Nutzer ist z.B. Microsoft) wie z.B. Chatbots im Recruiting und Job-Empfehlungs-Plattformen weiter ausgebaut und international vermarktet werden.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Dopamin und Machine Learning – AI in der Neurowissenschaft

Der DeepMind-Wissenschaftler Will Dabney und seine Kollegen entdecken erstaunliche Parallelen zwischen Regeln von Algorithmen, die im Machine Learning angewendet werden und der Art und Weise, wie das menschliche Gehirn Dopamin als Belohnung freisetzt.

Lebende Maschinen aus Froschzellen und Artificial Intelligence

Der erste Schritt zu androiden Lebewesen? Wissenschaftler haben unter Nutzung von AI aus Stammzellen von afrikanischen Fröschen neuartige Gewebeklumpen erschaffen. Dies sollen z.B. so programmiert werden können, daß sie sich unabhängig von externer Steuerung in einem Körper bewegen, selbstheilend Wunden schließen und Minimal-Arzneien an die richtigen Stellen transportieren können. Soweit die positiv klingenden Nutzungs-Möglichkeiten … aber was kommt da noch auf uns zu?

Ein mit AI erzeugter Gewebeklumpen aus Froschzellen … eine lebende Maschine? (Bild: Douglas Blackiston, Tufts University)


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

Berlin soll eine Hauptstadt der Künstlichen Intelligenz werden

Bifold ist das Zauberwort. Das „Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data“ ist als gemeinsame Initiative von Bund, Stadt Berlin und der TU Berlin am Mittwoch gegründet worden. Dadurch soll die Hauptstadt ein neues internationales Zentrum für Künstliche Intelligenz, Datenanalyse, Big Data und weitere technologische Innovationen werden. Geplant ist unter anderem eine Kooperation mit dem Elektroautobauer Tesla, der in Brandenburg ein neues großes Werk errichten will.


aiDeepDive: Vertiefung zum Wochenende

Lesetipp 1: Neuronale Netze aus Mittweida im Freistaat Sachsen

Fünf Wissenschaftler unterschiedlicher Fachgebiete arbeiten am SICIM, dem Sächsischen Institut für Computational Intelligence und Machine Learning, zusammen, um Künstliche Intelligenz noch klüger zu machen. Das Projekt heisst Malekita – „Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz in Theorie und Anwendung“ – und wird aus Europa-Mitteln und durch den Freistaat Sachsen finanziell unterstützt. Durch die Verknüpfung theoretischer Modelle und praktischer Anwendung sollen hier an der Hochschule Mittweida neue Wege erforscht werden.

Lesetipp 2: Kommt ein neuer AI-Winter?

Überraschung … völlig entgegengesetzt zur breit vertretenen Annahme, daß das neue Jahrzehnt die Dekade der Artificial Intelligence wird (ein Thema des letzten aiLetter), diskutieren Forscher in der BBC die These, daß Artificial Intelligence sich jetzt in der Phase des Herbstes befindet und sich danach erst einmal erheblich abkühlen wird. Bevor dann wieder ein neuer Frühling einsetzt?


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

DFL und Amazon wollen Bundesliga-Tore in Echtzeit vorhersagen

Passend zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga in der Saison 2019/ 2020 starten die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Web-Plattform Amazon Web Services (AWS) ein Kooperationsprojekt. Mithilfe von Machine Learning sollen Echtzeit-Vorhersagen über bevorstehenden Torerfolg und Analysen taktischer Maßnahmen möglich sein. Ob das echten Fußballfans gefallen wird? Was ist der nächste Schritt – der AI-Schiedsrichter?


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aiLetter #1.13: AI-Trends 2020, Boschs AI-Offensive, AI-Hype im Gesundheitswesen, AI-Regeln aus dem Weißen Haus, AI-Neuheiten von der CES

aiLetter #1.13: AI-Trends 2020, Boschs AI-Offensive, AI-Hype im Gesundheitswesen, AI-Regeln aus dem Weißen Haus, AI-Neuheiten von der CES

Liebe Freunde des aiLetter,

auf geht es in ein neues Jahrzehnt, das, so verkünden es die Branchenkenner aktuell besonders lautstark, das Jahrzehnt der Artificial Intelligence wird. Deshalb widmen wir uns in dieser aiNews-Ausgabe dem ein oder anderen Ausblick auf das, was uns erwartet. So will zum Beispiel Bosch bis 2025 all seinen Produkten einen AI-Touch verpassen. Auch im DeepDive haben wir einige Lesetipps zu Expertenausblicken gesammelt.

Was sonst noch wichtig ist: Kann der AI-Hype im Gesundheitswesen halten, was er verspricht? Warum will die US-Regierung national zwar AI-Regulierungen einführen, international aber nicht bei der Gestaltung mit den anderen G7-Staaten mitspielen?

Im Taillight gibt es heute ein paar seeeehr nützliche AI-Tools von der Elektronikshow CES in Las Vegas.

Anke


ai@Work: Lösungen im Einsatz

AI Trends 2020: Hype und Potenziale

Fortune-Autor Jonathan Vanian macht in der aktuellen Ausgabe seines Newsletters vier Trends rund um Artificial Intelligence aus, die in 2020 Aufwind bekommen. Darunter: verstärkte Regulierung von AI durch Regierungen und eine zunehmende Relevanz chinesischer AI-Forschungsarbeiten. Als Metatrend wird es weiterhin darum gehen, wie aus Potenzialen gewinnbringende Business-Anwendungen werden – laut Fortune-Umfragen immer noch ein schwieriges Thema für viele Unternehmen.

Bosch: AI auf voller Linie

Der Elektronikkonzern will sich bis 2025 komplett auf Artificial Intelligence ausrichten. Jedes Produkt aus dem Hause Bosch soll dann einen AI-Anteil haben, sei es in der Entwicklung, im Produktionsprozess oder in der Anwendung. Entsprechend steigt der Bedarf an Fachpersonal in den kommenden Jahren. Rund 20.000 Mitarbeiter sollen für diese Entwicklung qualifiziert werden. Einen Fokus legt Bosch auf industrielle AI-Anwendungen.

AI in jedem Produkt: Mit dem Visual Visor bringt Bosch Artificial Intelligence in die Sonnenblende (Foto: Bosch)

Warner Bros.: Mit AI gegen Flops

Mit dem AI-basierten Projektmanagement-System des Unternehmens Cinelytic will die Filmproduktion zukünftig analysieren, welche Filme in welchen Regionen gut funktionieren würden und wann ein gutes Startdatum für bestimmte Filme ist. Als Datenbasis dient beispielsweise der Beliebtheitsgrad von Schauspielern.


aiInvest: Wer investiert wo?

Snap zahlt 166 Millionen US-Dollar für DeepFake-Start-Up

Das Unternehmen hinter der Social Media-App Snapchat – Snap – hat das ukrainische Start-up AI Factory übernommen. Dessen Team unter der Leitung des ehemaligen Snap-Ingenieurs Victor Shaburov, ist zum Beispiel für das neue Cameo Feature in Snapchat verantwortlich, mit dem Nutzer ihr Gesicht in verschiedene Videos und GIFs einbauen können. Diese Technologie basiert auf der auch im aiLetter bereits oft diskutierten AI-Anwendung für DeepFakes.

Lustiges Feature: Für den Entwickler der Cameos-Anwendung soll Snap um die 166 Millionen US-Dollar gezahlt haben (Foto: Techcrunch)

Google investiert in TypingDNA

Kann man Menschen anhand ihres Tippverhaltens auf einer Tastatur oder auf dem Smartphone erkennen? „Ja“ sagen die Entwickler des rumänisch-amerikanischen Start-ups TypingDNA. Mithilfe von Mustererkennung kann ihre Anwendung aktuell mit 99-prozentiger Sicherheit identifizieren, wer tippt. Dafür hat das Unternehmen jetzt von verschiedenen Investoren sieben Millionen US-Dollar eingesammelt, unter anderem von Googles AI-Fonds Gradient Ventures. Kunden für die Technologie gibt es laut Paul Ropa, CEO von TypingDNA, unter anderem im Finanzsektor, aber auch im Bildungssektor, da Lehrer so überprüfen könnten, welcher Schüler welche Inhalte selbst getippt hat.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Healthcare-AI: Ist der Hype berechtigt?

Der Hype um Artificial Intelligence hat das Gesundheitswesen längst erreicht. Branchenexperten befürchten jedoch, dass die Erwartungen an AI-Anwendungen vielfach zu hoch sind. Ein Grund: Viele Tech-Start-ups publizieren ihre Erkenntnisse nicht mehr in sogenannten Peer-Review-Journalen, wo sie von der Forschungsgemeinschaft kritisch geprüft werden. In ihrem Artikel für Kaiser Health News argumentiert Healthcare-Journalistin Liz Szabo weiter, dass bisher kaum ein AI-Produkt im Gesundheitsbereich klinischen Tests unterzogen wurde. Auch Aufsichtsbehörden wie die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) tun sich schwer mit entsprechenden Regulierungen von AI-Produkten.

AI-basierte Diagnose im OP

Ein konkretes Beispiel für AI-Anwendungen in der Diagnostik hat der Neurowissenschaftler Daniel Orringer mit seinem Team von der New York University entwickelt. Basierend auf einem neuronalen Netzwerk kann ein Hirntumor anhand von Gewebeproben innerhalb von zweieinhalb Minuten diagnostiziert werden, zum Beispiel während der Patient im OP liegt. Und das mit knapp 95-prozentiger Genauigkeit. Zum Vergleich: Ein Fachexperte braucht für die Gewebeanalyse ca. 30 Minuten, also mehr als 10 mal so lange ….

Hirntumore via Bilderkennung identifizieren: Eine neue Anwendung, entwickelt an der New York University, schafft dies in weniger als drei Minuten (Bild: Daniel Orringer, NYU Langone Health)


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

AI-Grundsätze aus dem Weißen Haus …

Die Administration von Donald Trump hat zehn Grundsätze für die Regulierung von Artificial Intelligence durch die US-Regierungsbehörden veröffentlicht. Diese sind Teil der American AI Initiative, mit der ein Weg hin zu einer nationalen Strategie für AI eröffnet werden soll. Die Ziele: die Beteiligung der Öffentlichkeit, das Vermeiden überbordender Regulierung und die Unterstützung von vertrauenswürdiger AI, die fair, transparent und sicher ist. Karen Hao erläutert den vermeintlichen Sinneswandel im Weißen Haus für den MIT Technology Review. Vor zwei Jahren wollte man dort nämlich noch nichts von AI-Regulierungen wissen …

… und US-Enthaltung in globaler AI-Initiative

Gleichzeitig beteiligt sich die US-Regierung jedoch nicht am internationalen Konsortium „Global Partnership on AI“. Sechs der G7-Staaten wollen in diesem Gremium globale Absprachen rund um den Einsatz von Artificial Intelligence treffen und so etwa ethischen Gesichtspunkten Rechnung tragen. US-Vertreter halten diese Regulierungen für überflüssige Bürokratie, die die AI-Entwicklungen von US-Unternehmen behindern könnten.


aiDeepDive: Vertiefung zum Wochenende

Vier Lesetipps, heute konzentriert auf verschiedene Perspektiven zum Auftakt des neuen AI-Jahrzehnts:

Mit einer archäologischen Brille auf neue Technologie schauen

AI-Expertin und Aufsichtsrätin Anastassia Lauterbach erläutert in ihrem Artikel für die WirtschaftsWoche, warum wir aktuell „Zeugen des technischen Endspurts einer jahrhundertelangen Entwicklungsgeschichte“ sind. Und wie wir mit einem geschulten und quasi „archäologisch geprägten“ Blick konstruieren können, was uns in Zukunft technologisch erwartet. Sie beantwortet auch, warum sich Unternehmen besonders mit „Explainable Artificial Intelligence“ (XAI) und „General Adversarial Networks“ (GAN) beschäftigen sollten. Spannende Lektüre!

Licht und Schatten: Von Big Data zu Big Intelligence

Tobias Kollmann, Professor für BWL und Wirtschaftsinformatik und Vorsitzender des Beirats Junge Digitale Wirtschaft (BJDW) im Bundeswirtschaftsministerium, argumentiert in seiner „Meinungsmache“ für das manager magazin, warum es ohne AI in Zukunft nicht mehr geht und wie das supervised und unsupervised Learning also das überwachte und unüberwachte Lernen von Algorithmen unser Leben besser machen wird, aber auch, welche kritischen Aspekte es zu meistern gilt.

USA und China machen, Deutschland diskutiert?

Während im Bundestag über die Gefahren von Artificial Intelligence diskutiert wird und die Bundesregierung mit der im November verabschiedeten AI-Strategie gerade einmal drei Milliarden Euro einsetzen will, erreichen die USA und China stetig neue AI-Meilensteine. So schildert es Sabine Kinkartz in ihrem Überblicksartikel für die Deutsche Welle. Mit dabei: anschauliche Anwendungsfälle von AI. Zum Beispiel: Chinesische Schüler in der Mensa bezahlen per Gesichtserkennung. Oder: AI-Entwickler des Hamburger Start-ups Cargonexx sorgen für weniger Leerfahrten von LKWs.

In 5 Schritten zu Menschen-zentrierter AI

Wie eine auf den Menschen fokussierte Artificial Intelligence aussehen könnte, haben Experten kürzlich an der MIT Sloan School of Management diskutiert und eine Roadmap mit fünf Schritten entwickelt. Das Webinar zu diesem Thema gibt’s im Video:


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

CES Las Vegas: Ein Feuerwerk der Artificial Intelligence

Auf der diesjährigen Elektronikmesse CES in Las Vegas wollten sich die Unternehmen bei der Vorstellung ihrer AI-gestützten Produkte wahrlich übertrumpfen. Samsung ging mit diesen Highlights an den Start:

1. Der humanoide Chatbot Neon: Der digitale Avatar sieht aus wie ein Mensch, verhält sich wie ein Mensch und zeigt Emotionen und Intelligenz wie ein Mensch. Und: diese Videochatbots sprechen verschiedene Sprachen, können aber keine Fragen beantworten wie Amazons Alexa. Wo soll Neon also zum Einsatz kommen? Zum Beispiel als TV-Moderator oder Concierge. Ich bin gespannt, wann es soweit ist …

Foto: Neon

2. Ein intelligenter Ball übernimmt die Regie: Was wäre ein Haushalt in den 2020ern ohne Artificial Intelligence als Manager? Ballie, ein gelber Ball mit Kamera und AI im Blut, kümmert sich um Mensch und Tier. Na, wer damit sein Leben nicht im Griff hat …

Mit einem Klick auf das Bild geht’s zum Video:


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