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aiLetter #1.18: ARIC startet in HH, AI-Mayflower, Tesla distanziert Toyota & VW, Google größter AI-Einkäufer, Boeing geht Solo, AI und Antibiotika, EU-Weißbuch, US-Defense-Papier, InspiroBot klopft schlaue Sprüche

aiLetter #1.18: ARIC startet in HH, AI-Mayflower, Tesla distanziert Toyota & VW, Google größter AI-Einkäufer, Boeing geht Solo, AI und Antibiotika, EU-Weißbuch, US-Defense-Papier, InspiroBot klopft schlaue Sprüche

Liebe Freunde des aiLetter,

auch die heutige Ausgabe Eures aiLetter bekommt Ihr zum Wochenbeginn. Diesmal beschäftigen wir uns mit der Eröffnung des Artificial Intelligence Center in Hamburg, der Pilgerreise einer AI-Mayflower nach Neuengland, dem scheinbar großen AI-Vorsprung von Tesla vor Toyota und Volkswagen, den AI-Einkäufen von Google, einem neuen Solo-Trip-Projekt von Boeing und dem Einsatz von AI in der Generierung eines neuen Stammes von Antibiotika. In aiPolicy und im DeepDive findet Ihr einiges zum gerade erschienenen AI-Weißbuch der Europäischen Kommission und einem Regelpapier des US-Defense Innovation Board. Und im Taillight könnt Ihr mit dem InspiroBot schlaue Sprüche und hübsche Poster generieren.

Viel Spaß dabei!

PS: Der aiLetter geht ab Aschermittwoch kurz in die Fastenzeit … und erscheint wieder zum Wochenende der 10. Kalenderwoche.  


ai@Work: Lösungen im Einsatz

AI startet durch – ARIC Eröffnung im Hamburger Dockland

In der Metropolregion Hamburg wird Artificial Intelligence jetzt konzentriert. Mit der offiziellen Eröffnung des ARIC-Zentrums (Artificial Intelligence Center Hamburg e. V.) im Dockland startete die Arbeit. Das ARIC versteht sich als branchen- und themenübergreifender Ansprechpartner für alle Fragen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und vereint dabei bereits diverse vielfältige Stakeholder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Zur Eröffnung überreichten Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Hansestadt, und Ralf Sommer, Vorstand der IFB (Hamburger Investitions- und Förderbank), mit einem Förderbescheid über 400.000,- Euro das passende Startgeschenk.

(Foto: aiLetter)

IBM und Marine AI pilgern mit der Mayflower nach Neuengland

Die Pilgerfahrt der Mayflower von Plymouth in England nach Massachusetts im Jahr 1620 ist Vorbild … nun wollen die Unternehmen Marine AI und IBM ein kleineres Modell ohne Besatzung auf die Reise senden. Die komplette Navigation und Steuerung des autonom fahrenden „Mayflower-Boots“ soll auf der langen Seereise von einem AI-basierten Edge-Computing-Modul übernommen werden. Das Training der Artificial Intelligence Lösung mit Ozeandaten übernehmen dabei die Universität von Plymouth und ProMare, eine gemeinnützige Meeresforschungsorganisation.

Ist Tesla in seiner AI-Nutzung 6 Jahre weiter als VW und Toyota?

Toyota und Volkswagen verkauften zuletzt jährlich mehr als 10 Millionen Autos, Tesla im letzten Jahr mit ca. 367.500 nicht einmal 4 % davon. Doch im Hinblick auf Elektronik und hier speziell die Nutzung von Technologien der Artificial Intelligence scheint das Unternehmen von Elon Musk weit voraus zu sein. Japanische Ingenieure von Nikkei Business haben einen Tesla Modell 3 komplett auseinander gebaut und fanden dabei elektronische Bauteile, die nach ihrer Ansicht der Technik der klassischen Autobauer 6 Jahre voraus sind. Insbesondere die AI-Chip bestückten Elektronik-Boards für Autonomes Fahren und Infotainment sollen zukunftsweisende technische Lösungen sein.

Ein AI-Chip-Board für autonomes Fahren und eine Mediensteuereinheit für das „Infotainment“-System … und zwischen den Einheiten ist ein wassergekühlter Kühlkörper installiert. (Foto: Nikkei xTech)


aiInvest: Wer investiert wo?

Google liegt in der Rangliste der Einkäufer von AI-Startups vorn

Seit 2009 hat Google laut dieser Rangliste von RS Components mehr AI-Startups gekauft als jedes andere Unternehmen. Auf Basis von Crunchbase-Daten und Informationen aus Quellen wie Wall Street Journal und Business Insider ermittelte RS Components, dass Google in den letzten 11 Jahren 30 Startups zu Gesamtkosten von beinahe 4 Mrd. Dollar gekauft hat. Dazu gehörten unter anderem die Übernahme von Onward im Jahr 2019 sowie die Käufe von DeepMind im Jahr 2014 und PittPatt im Jahr 2011. Auf den Plätzen zwei und drei der Rangliste folgen Apple und Facebook, wobei Apple 18 KI-Unternehmen für 886 Millionen Dollar und Facebook 12 für etwas mehr als 1 Milliarde Dollar erwarb.

Boeing auf Solo-Trip

Der amerikanische Flugzeughersteller ist momentan weltweit hinter Airbus vor allem wegen des Desasters mit dem Unglücksflieger 737-Max nur noch die Nummer 2. Setzt der Konzern deshalb jetzt auf neue Lösungen? Boeing sponsert einen GoFly-Wettbewerb, bei dem Prototypen von Solo-Passagierdrohnen miteinander konkurrieren. Die Auswahl begann mit 850 Teilnehmern und ist nun auf fünf Teams aus der ganzen Welt reduziert. Der finale Wettbewerb findet am 29. Februar statt und das Gewinnerteam erhält 1 Million Dollar.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Artificial Intelligence identifiziert neue hochwirksame Antibiotika

Ein vom MIT (Massachusetts Institute of Technology) entwickeltes AI-Modell hat eine antibiotische Verbindung identifiziert, die in der Lage war, „viele der weltweit problematischsten krankheitsverursachenden Bakterien“ zu vernichten, einschließlich einiger bisher antibiotikaresistenter Stämme, berichten die MIT News. In nur wenigen Tagen kann der maschinelle Lernalgorithmus Millionen von chemischen Verbindungen durchsuchen und dabei hochwirksame neue Antibiotika identifizieren. „Unser Ansatz hat dieses erstaunliche Molekül enthüllt, das wohl eines der leistungsstärksten Antibiotika ist, das jemals entdeckt wurde“, sagt Professor James Collins.

Laut The Next Web kann das neue Halicin-Antibiotikum auch das bisher gegen Antibiotika resistente Bakterium Acinetobacter baumannii bekämpfen, das in den letzten Jahren diverse Soldaten im Irak-Einsatz infiziert hatte.


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

Schon wieder: Europäische Union und Artificial Intelligence

Die Europäische Union hat in dieser Woche ihr Weißbuch zur Künstlichen Intelligenz vorgelegt. Auf 32 Seiten werden „politische Optionen“ für ein koordiniertes europäisches Konzept beschrieben. (Das vollständige Dokument könnt Ihr über den Link im DeepDive beziehen.)

AI Nutzung soll laut des Papiers sowohl gefördert als auch deren Gefahren begrenzt werden. Allein dieser Spagat ist schon schwierig zu gehen. Doch noch problematischer: von dem ursprünglich durch die Europäische Kommission angedachten fünfjährigen Moratorium für Gesichtserkennung ist tatsächlich nichts übrig geblieben.

Die Europäische Kommission rudert im Weißbuch bei Gesichtserkennung zurück … (Foto: Quartz)

Die Bedenken vieler Fachleute will die EU nun damit berücksichtigen, dass sie eine „breit angelegte europäische Debatte einleitet“. Besonders pikant: Intercept berichtet aktuell von durchgesickerten Berichten, die zeigen, dass die Polizeibehörden diverser EU-Staaten ein paneuropäisches Netzwerk von Datenbanken zur Nutzung von Gesichtserkennung planen.

 

US-Verteidigungsministerium will AI-Projekte einheitlich regeln

Das US-Verteidigungsministerium will einer Veröffentlichung von Defense One zufolge Regeln für die Entwicklung und Umsetzung von AI-Projekten verabschieden. Der Sprecher des Joint Artificial Intelligence Center des Pentagon betont, das Ministerium „befindet sich in der Endphase der Annahme von AI-Prinzipien, die im gesamten US-Militär umgesetzt werden“.

Vor einigen Monaten veröffentlichte bereits das unabhängige Defense Innovation Board ein Papier mit dem Titel „Empfehlungen zur ethischen Nutzung der AI“. (Auch dieses Papier findet Ihr im aktuellen DeepDive.)

Die bevorstehenden Regelungen des Pentagon werden wohl weite Teile dieses Entwurfs aufgreifen, die strenger sind als viele AI-Regeln von Technologie-Unternehmen wie Google. Ziel sei es vor allem, die „menschliche Kontrolle über AI-Systeme“ zu behalten, berichtet Defense One.


aiDeepDive: Vertiefung für ruhige Lesestunden

Lesetipp 1: „Weißbuch zur Künstlichen Intelligenz“ der Europäischen Union

Ja, es ist lesenswert … in diesem Papier der Europäischen Kommission wird die ganze Bandbreite der verschiedenen Interessen rund um die Entwicklung und Nutzung von Artificial Intelligence deutlich. Und zwar sowohl in dem , was drin steht als auch in dem, was nicht oder nur nebulös berührt wird.

Lesetipp 2: „Empfehlungen zur ethischen Nutzung von AI“ des US Defense Innovation Board

Wenn es um den militärischen Einsatz von Artificial Intelligence geht, werden hier Maßstäbe gesetzt. Die USA sind auf diesem Gebiet dem Rest der Welt weit voraus und eben auch tonangebend im Bereich möglicher Regelungen. Und der Terminator lässt eben doch noch nicht grüssen …


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

„Kluge“ Zitate und Poster vom InspiroBot

Der US-Künstler Christian Bolt hat mit dem AI-basierten InspiroBot humorvolle (?) Sprüche und Poster erstellt, die er in einem neuen Video präsentiert. Auf seinem YouTube-Kanal erklärt Bolt, dass der Bot auf der Grundlage vieler anderer Zitate, an denen er trainiert wurde, motivierende und lustige Sprüche generiert und diese mit Fotos kombiniert. Einige Zitate, die Bolt teilt: „Familienzeit ist normalerweise von Massenhysterie begleitet“ und: „Glaubst du, dass Androiden das sind, was sie sind, weil alles ewig ist?“

Probiert es doch selbst aus: Auf der InspiroBot-Webseite klickt man einfach auf die Schaltfläche und der Bot erledigt den Rest.


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aiLetter #1.17: AI soll Hits entdecken, 10 Top-AI-Unternehmen, Shells AI-Ausbildung, US erhöht Budget, Facebook Einkaufstour, AI in Medizin & Journalismus, EU Kommission knickt ein, Wettbewerbswandel & AI, Verbot in Holland, AI auf dem Prüfstand, Travis Bott rappt …

aiLetter #1.17: AI soll Hits entdecken, 10 Top-AI-Unternehmen, Shells AI-Ausbildung, US erhöht Budget, Facebook Einkaufstour, AI in Medizin & Journalismus, EU Kommission knickt ein, Wettbewerbswandel & AI, Verbot in Holland, AI auf dem Prüfstand,  Travis Bott rappt …

Liebe Freunde des aiLetter,

wie angekündigt konnten wir aus organisatorischen Gründen in der letzten Woche nicht erscheinen und die heutige Ausgabe Eures aiLetter bekommt Ihr zum Wochenbeginn. Ungeachtet dessen findet Ihr auch in dieser Ausgabe eine bunte Mischung von Informationen aus der Welt der Artificial Intelligence: der nächste Musikhit soll durch AI entdeckt werden, 10 aufstrebende AI-Unternehmen, die AI-Ausbildungsoffensive von Shell, US-Regierung erhöht massiv ihr AI-Entwicklungsbudget, die Facebook-Einkaufstour geht weiter, AI soll die Behandlung von Depressionen verbessern, der Einsatz von AI im Journalismus wird intensiviert und die Europäische Kommission wankt in ihrer Haltung zur Gesichtserkennung.

Im DeepDive gibt es drei Lesetipps für ruhige Stunden: Wie entwickelt sich der unternehmerische Wettbewerb in Zeiten der AI? Ein holländisches Gericht verbietet behördliche Betrugserkennungs-Software, AI-Anwendungen in Deutschland auf dem Prüfstand. Und im Taillight bekommt Ihr etwas auf die Ohren: Travis Bott rappt …

Viel Spaß beim Lesen und Hören!


ai@Work: Lösungen im Einsatz

Wird der nächste große Musiker von AI entdeckt?

Das neue Musik-Label Snafu nutzt Artificial Intelligence Technologie, um auf Plattformen wie z.B. YouTube, Spotify, Tiktok und SoundCloud neue Künstler mit Musikstücken zu finden, die das Potential zum nächsten Hit haben. Der Algorithmus sucht dabei nach Stücken, die ähnlich sind wie Musik aus der Spotify-Top-200-Liste … aber differenziert genug, um neu und frisch zu klingen. Mit Hilfe der AI will man sich vor allem einen Vorsprung vor konkurrierenden Musik-Labeln beim Aufspüren neuer Künstler machen.

… den nächsten Hit will Snafu mit Hilfe von Artificial Intelligence entdecken (Foto: Engadget)

10 aufstrebende Unternehmen der Artificial Intelligence

AI kann nahezu jede Branche disruptieren und nicht jede Anwendung findet ungeteilten Beifall. Das Cambridge Innovation Institute hat nun 10 aufstrebende Unternehmen identifiziert und in seinen aitrends vorgestellt, die nach Ansicht der Experten die wahren Möglichkeiten von Artificial Intelligence nutzen, um unser Leben einfacher und effizienter zu gestalten.

Shell startet unternehmensweite AI-Ausbildungsoffensive

Die britisch-holländische Ölgesellschaft Shell rollt ein online-gestütztes Weiterbildungs-Programm zu Artificial Intelligence aus. Mitarbeiter sollen lernen, wie man mit Hilfe von AI-gestützten Technologien Kosten reduzieren, zusätzliche Erlöse generieren und Geschäftsprozesse verbessern kann. Von den weltweit ca. 82.000 Mitarbeitern interessieren sich bereits 2.000 für die freiwilligen Kurse des Programms, das in Zusammenarbeit mit dem Online-Ausbilder Udacity angeboten wird.


aiInvest: Wer investiert wo?

US-Regierung will Ausgaben für AI Forschung massiv erhöhen

Der Haushaltsvorschlag der US-Regierung für 2021 sieht laut Wall Street Journal eine erhebliche Aufstockung der KI-Finanzierung in mehreren Regierungsbehörden vor, darunter für die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) und die National Science Foundation (NSF). Während die vorgesehenen Ausgaben für Forschung und Entwicklung insgesamt sinken würden, würden sich die Ausgaben für die Forschung in AI und die Quanteninformationswissenschaften etwa auf 1.1 Milliarden US-Dollar verdoppeln.

In einem Artikel der New York Times ist nachzulesen, wofür die hohen zusätzlichen Mittel ausgegeben werden sollen.

Facebook ist weiter auf AI-Einkaufstour

Der amerikanische Gigant hat in den letzten Jahren seine Kompetenz in Artificial Intelligence mit eigenen Entwicklungen, aber auch vor allem mit Zukäufen von Startups in diesem Bereich massiv ausgebaut. Anfang des Monats wurde der Kauf des Londoner Unternehmens Scape Technologies veröffentlicht. Das Startup beschäftigt sich mit „Visual Positioning Service“, der auf Basis von Echtzeit-Fotos und -Videos eine wesentlich genauere Standortbestimmung als GPS ermöglicht und damit Basis für Augmented Reality Anwendungen der nächsten Generation sein soll.

(Grafik: Scape Technologies)

Nun wurde bekannt, daß bereits im Dezember des letzten Jahres das ebenfalls britische Startup Deeptide Ltd. erworben wurde. Zu Deeptide gehört Atlas ML, die Betreiber der Plattform „Papers with Code“, einer bisher freien Ressource für offene Veröffentlichungen und Tools zum maschinellen Lernen.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Artificial Intelligence soll Behandlung von Depressionen verbessern

Die schnelle und präzise Erkennung von Korrelationen ist eine spezifische Stärke von Ai-gestützten Anwendungen. Wissenschaftler aus Stanford haben jetzt mit Hilfe eines maschinellen Lernalgorithmus ein Verfahren entwickelt, bei dem bestimmte Hirnwellen anzeigen, daß ein spezielles Medikament bei Depressionen besonders wirksam ist. Die noch im Versuchsstadium befindliche Anwendung soll nun auf weitere Medikamente und psychische Krankheiten ausgeweitet werden.

(Grafik: Zoloft)

Neue Entwicklungen mit AI im Journalismus

Bloomberg und Reuters machen mit neuen Ai-basierenden Entwicklungen auf sich aufmerksam. Das Cyborg-System von Bloomberg soll dabei einen Finanzbericht im Augenblick seines Erscheinens sezieren und Meldungen mit den wichtigsten Fakten und Zahlen generieren.

Reuters hingegen entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Londoner Startup Synthesia ein vollautomatisches System für Kurznachrichten im Sport. Der Clou ist ein Moderator, dessen real gefilmte menschliche Ausgangsbasis mit einer AI-Anwendung digital kopiert und der entsprechenden Sportnachricht angepasst wird …

(Bild: Reuters/ Synthesia)


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

Europäische Union und ihre schwankende Haltung zu Artificial Intelligence

Während Margrethe Vestager, die zuständige Kommisarin der Europäischen Kommision, vor einigen Tagen Artificial Intelligence noch zu einer Frage von Leben oder Tod für uns erklärte, soll die Europäische Union nun beschlossen haben, auf eigene Regelungen z.B. im Fall von Gesichtserkennungs-Software zu verzichten. Nach einer Meldung der Financial Times sollen statt dessen die Mitgliedsstaaten eigene Regelungen entwickeln und umsetzen. Damit sei der bisher geplante EU-Entwurf vom Tisch, der für den Einsatz der Technologie sehr rigide Regelungen auf europäischer Ebene vorsah und gerade von Bürgerrechtlern sehr begrüßt wurde. Maßgeblichen Einfluss dagegen hätten Sicherheitsorgane ausgeübt …


aiDeepDive: Vertiefung für ruhige Lesestunden

Lesetipp 1: Unternehmerischer Wettbewerb in Zeiten der AI

In einer AI-getriebenen Welt können digitale Unternehmensmodelle gigantische Wachstumsraten erreichen, Märkte neu entstehen und bestehende schnell kollabieren lassen. So lautet ein Resümee der beiden Harvard-Forscher Marco Iansiti und Karim Lakhani, die ihre Ergebnisse in einem lesenswerten Artikel der Harvard Business Review präsentieren.

Lesetipp 2: Holländisches Gericht verbietet AI-Einsatz zur Betrugsentdeckung

Ein holländisches Gericht hat den Sozialbehörden des Landes den Einsatz einer AI-gestützten Software zur Betrugserkennung bei Sozialhilfeempfängern verboten. Das System SyRI war als ein Risikoberechnungsmodell entwickelt worden, um die Wahrscheinlichkeit einer Person vorherzusagen, dass sie sich an Leistungen und Steuerbetrug sowie an Verstößen gegen das Arbeitsrecht beteiligt. Die Berechnungen von SyRI zapften einen riesigen Pool persönlicher und sensibler Daten an, von Beschäftigungsunterlagen bis hin zu Bildungs- und Wohndaten.

Lesetipp 3: Algorithmische Anwendungen in Deutschland auf dem Prüfstand

Die Bertelsmann Stiftung hat eine Studie herausgegeben, die fünf Anwendungsfälle algorithmischer Systeme auf den Prüfstand stellt. Die Autorengruppe zeigt, daß hierzulande insbesondere Anwendungen, die auf Basis personenbezogener Daten vollautomatische Entscheidungen treffen würden, mit dem bestehenden deutschen Rechtsrahmen und mit übergreifenden europäischen Regelungen nicht vereinbar sind.


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

Travis Bott macht Musik …

Der Rapper, Songwriter und Produzent Travis Scott hat einen digitalen Zwilling bekommen: Travis Bott. Unter Nutzung von AI wurde für den digital gezeugten Musiker ein Song mit an die Musik seines Vorbildes angelehntem Klang und nach Erkenntnis der Produzenten nicht so ganz passender Lyrik entwickelt. Das im vorstehenden Link abrufbare offizielle Video zeigt Bott, wie er mit dem Rest seiner AI-Crew um einen Lamborghini zu seinem Song „Jack Park Canny Dope Man“ tanzt. Naja, wem’s gefällt … ist Geschmacksache.

(Bild: Suzanne Cordeiro)


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aiLetter #1.16: Clearview AI, Super Bowl Ads, Gesichtserkennung und Shoah, Microsofts AI for Health, Solar-Effizienz mit AI, Google Assistant Meena, AI lässt Verstorbene sprechen, Bill Murray & AI-Murmeltier

aiLetter #1.16: Clearview AI, Super Bowl Ads, Gesichtserkennung und Shoah, Microsofts AI for Health, Solar-Effizienz mit AI, Google Assistant Meena, AI lässt Verstorbene sprechen, Bill Murray & AI-Murmeltier

Liebe Freunde des aiLetter,

in dieser Woche sind im Newsletter unter anderem folgende Themen mit dabei: AI-Tools für den Alltag, wie Menschen ihre Daten aus der Datenbank von Clearview AI löschen können, AI im Tiny House „Nestron Cube”, Facial Recognition zur Aufklärung von Shoah-Ereignissen, Microsofts Investment in „AI for Health”, Googles neuer Assistent „Meena”.
Im Deep Dive gibt es drei Lesetipps fürs Wochenende: Kann AI gute Drehbücher schreiben? Alibaba lässt die Stimme einer Toten via AI weiterleben. Wer wird mithilfe von Artificial Intelligence die globale Vorherrschaft übernehmen?
Das Taillight: Grüßt bald täglich ein AI-Murmeltier?

Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch

Anke

PS: Zum Wochenende 8./ 9. Februar können wir aus organisatorischen Gründen leider keinen aiLetter erstellen. Die nächste Ausgabe planen wir für den 16. Februar.   


ai@Work: Lösungen im Einsatz

AI-Tools für Jedermann

Wir berichten hier im aiLetter viel über AI-Anwendungen für Unternehmen oder im öffentlichen Raum. Der greatlearningblog hat nun eine Liste von AI-basierten Tools für den persönlichen Gebrauch erstellt. Vom unvermeidlichen Siri über Amy zum Planen von Meetings bis hin zu Emma, die Euch bei der Reiseplanung hilft, ist viel dabei.

 

So entkommt man der Falle von Clearview AI

Wir berichteten im letzten aiLetter bereits über den Clearview AI-Skandal in den USA. Besonders problematisch: Clearview AI greift für sein Gesichtserkennung-System auf Fotos aus den Datenbanken sozialer Netzwerke wie Twitter zurück, ohne deren Genehmigung. Und: dieses System wird bereits von vielen lokalen und regionalen Polizeibehörden zur Verbrecherjagd genutzt. Forbes hat jetzt veröffentlicht, was der Otto Normalbürger tun kann, damit seine Fotos und sein Profil aus der Datenbank gelöscht werden.

Super Bowl 2020 – 0:1 gegen Artificial Intelligence

Der Super Bowl 2020 findet in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar statt und wirft auch seine Schatten im Werbemarkt voraus. Die Adweek hat mit ihrem AI-basierten Super Bowl Bot versucht, Werbeplätze für das größte Ereignis im US-amerikanischen Sportjahr zu definieren. Herausgekommen sind weitestgehend unbrauchbare Vorschläge. Hier scheint der Mensch noch im Vorteil zu sein – 1:0 für uns.

Nestron Cube – Tiny House mit eingebauter AI-Technologie

Die in Singapur beheimatete Firma Nestron bietet jetzt ein Tiny House mit diversen eingebauten AI-Lösungen an. Der „Nestron Cube“ nutzt AI etwa für die Energieeffizienz und Klimaanpassung. Der Preis des ultrakleinen Hauses beginnt bei 19.000 US-Dollar. Was bekommt man dafür? Ein komplett vorgefertigtes und einzugsbereites Haus, mit verschiedenen Extras – je nach individuellem Kundenwunsch.

Foto: Nestron

Mit Gesichtserkennung gegen das Vergessen

Die Technologie der AI-gestützten Gesichtserkennung wird zurzeit sehr kontrovers diskutiert und hat nicht zuletzt durch den Skandal um Clearview AI einen negativen Beigeschmack. Doch dies tut den Möglichkeiten, die in dieser Technik stecken, auch ein wenig Unrecht. Das israelische Shem Olam Holocaust Memorial Centre startete ein Projekt, mit dem in Datenbanken, die zum Beispiel Tausende von Wehrmachtsfotografien enthalten, nach dem Verbleib von Angehörigen im Holocaust gesucht werden kann. Die Brüder Eli und Saul Lieberman wollen so heraus finden, wo und wie ihr Vater die Schrecken der Shoah überlebt hat.


aiInvest: Wer investiert wo?

Eightfold AI Inc. – erst kommt der CFO und dann die nächste Investitionsrunde

Investitionen und Millionen – wir reden meistens über Geld, wenn es um den Ausbau von AI-Unternehmen geht. Doch das ist nicht alles, was zählt. Das Startup Eightfold AI Inc. hat nun mit Celia Poon eine ehemalige Top-Managerin von Wag Labs Inc. und Twitter als CFO verpflichtet, um sein finanzielles Wachstum auch erfolgreich zu organisieren. Ms. Poon schätzt nach eigener Aussage besonders die Hands-On-Mentalität in dem bereits in über 20 Ländern vertretenen Startup.

AI for Health – Microsoft investiert 40 Mio. US-Dollar in das Gesundheitswesen

Microsoft steigt wieder verstärkt in den Gesundheitsmarkt ein. Im Rahmen seiner diversen „AI for Good“-Initiativen wird nun auch mit „AI for Health“ ein 40 Mio. US-Dollar schweres Programm gestartet, mit dem AI-gestützte Technologien zur Anwendung im Gesundheitswesen weiter entwickelt werden sollen.

Foto: Microsoft


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Mehr Power aus Solar-Anlagen mit Artificial Intelligence

Die Energieausnutzung von Photovoltaikanlagen ist ein Schlüssel für den weiteren Ausbau der regenerativen Energien. Forscher in den USA und in China arbeiten jetzt mit Hilfe von AI-gestützten Test-Verfahren daran, die Zusammensetzung von Solar-Paneelen im Labor zu optimieren. In virtuellen Test-Reihen werden Hunderttausende von Kombinationen durchgetestet, bevor sie in die reale Produktion von Prototypen gehen. Damit werden physikalische und chemische Zusammensetzungen in einem Bruchteil der bisherigen Zeit optimiert.

Meena – der nächste virtuelle Assistent von Google kaut Dir ein Ohr ab …

Siri, Alexa und Co. bekommen demnächst Konkurrenz der nächsten Generation: Google startet Meena – einen AI-gestützten virtuellen Assistenz-Dienst. Der selbstlernende und sich auf die Themen seiner Benutzer einstellende Chat-Bot soll sich mit uns quasi wie ein Mensch unterhalten und dabei auch Gesprächswendungen zu allen möglichen Themen abdecken können. „Dafür habe ich leider keine Antwort“ dürfte damit der Vergangenheit angehören. Zum Video geht es mit einem Klick auf das Bild:


aiDeepDive: Vertiefung zum Wochenende

Lesetipp 1: Wird Artificial Intelligence gute Drehbücher schreiben können?

Noch schaffen es AI-basierte Tools nicht, auch nur eine kleine Novelle mit hinreichender Qualität zu schreiben. Glaubt man den Versprechungen des Unternehmens ScriptBook, so wird es aber keine fünf Jahre mehr dauern, bis AI z. B. Drehbücher schreibt, die denen von Menschen keinesfalls nachstehen. Richard Lea, ein Autor des Guardian, kann sich damit nicht so recht anfreunden. Nach seiner Auffassung wird AI immer nur neu arrangieren, was bereits vorhanden ist … die individuelle kreative Erfahrung eines Autors vor einem weißen Blatt Papier sei eben nicht programmierbar.

Lesetipp 2: Eine Mutter in China lässt ihre Tochter in AI weiter leben

Li Yang verlor ihre 15-jährige Tochter Chen Jin durch eine tödliche Leukämie-Erkrankung. Ein großes Thema in den letzten Lebensjahren des Mädchens waren Reisen … die sie nicht mehr machen konnte. Die Luohan Akademie, ein vom chinesischen Tech-Giganten Alibaba gestartetes Forschungs-Institut, hat nun in einem bewegenden Projekt eine AI mit Chen Jins Stimme geschaffen. Li Yang wurde so die Möglichkeit gegeben mit der Stimme ihrer verstorbenen Tochter zu kommunizieren – eine neue Art der Verabschiedung für Angehörige. Li will nun all die nicht gemachten Reisen mit ihrer Tochter nachholen …

Lesetipp 3: AI als Schlüssel – wer 2030 vorne liegt, regiert die Welt in diesem Jahrhundert

Das Rennen um die globale Vorherrschaft wird mit Hilfe der Schlüsseltechnologie Artificial Intelligence entschieden, warnte bereits Vladimir Putin vor einigen Jahren. Nun ist Russland hier mittlerweile weit abgeschlagen. Im Rennen sind nur noch die USA, China und mit einigem Abstand die Mitgliedstaaten der EU. Die Brookings Institution hat den aktuellen Stand des weltweiten Wettbewerbs aufbereitet.


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

Und täglich grüßt das AI-Murmeltier – Bill Murray hätte keinen Spaß daran …

Erinnern wir uns noch an die Filmkomödie von 1993? Bill Murray als TV-Journalist erlebt den Groundhog Day mit dem Murmeltier Punxsutawney Phil wieder und wieder und wieder … Ingrid Newkirk, die Präsidentin und Gründerin der Tierschutz-Organisation PETA schlägt nun vor, die tatsächlich dort in Punxsutawney (Pennsylvania) jährlich stattfindende Zeremonie zu ändern. Statt eines lebendigen Murmeltiers soll ein AI-Phil den Job übernehmen. Wir können uns Bill Murray schwer in einer Neuauflage des Films mit AI-Phil vorstellen …

Foto: Gene J. Puskar/AP


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