aiLetter #1.20: PAUSE

aiLetter #1.20: PAUSE

Liebe Freunde des aiLetter,

wir haben das Projekt rund um Neuigkeiten aus der Welt der intelligenten Maschinen im letzten Jahr gestartet und sind im Herbst 2019 mit dieser Webseite öffentlich geworden. Bis zum März dieses Jahres stand dabei die Gewinnung von noch mehr Lesern, aber auch von Gastautoren, Experten und Partnern für den aiLetter und die Plattform ailetter.de im Vordergrund. Die inzwischen allgegenwärtige Corona-Krise hat dann auch unsere Rahmenbedingungen fundamental verändert.

Ja, Artificial Intelligence prägt bereits heute wesentliche Aspekte unseres Lebens und Arbeitens. Und ja, diese Entwicklung wird sich nach unserer Auffassung weiterhin verstärken und auch zukünftig viele Überraschungen mit sich bringen. Welchen Einfluss nun allerdings die einschneidende Disruption der Weltwirtschaft und unseres persönlichen Lebens durch die weltweite Pandemie hierbei hat, ist schwer abzuschätzen.

Wir erleben aktuell im Alltag, dass zum Beispiel eine breitere Digitalisierung des Bildungswesens manche Probleme unserer Schüler und Studenten deutlich abgeschwächt hätte. Und wir merken, dass eine höhere Flexibilisierung von Arbeitsplätzen sehr wohl möglich und teilweise sogar effizienzsteigernd ist. Hier sind zwar auch technische Lösungen – auch auf Basis künstlicher Intelligenz – wichtig, aber eben auch das Wissen darüber und das Wollen.

Insofern wird die Ausbildung eines eigenen Verständnisses von AI und die Gewinnung eines Überblicks zu den Chancen und Risiken der Entwicklung und des Einsatzes darauf basierender Techniken und Lösungen noch wichtiger werden. Und wir wollen auch in Zukunft sehr gerne dabei helfen und eine Brücke in die Welt der Artificial Intelligence bauen. Wie wir dies angesichts der veränderten Möglichkeiten am besten machen und unser Angebot entsprechend entwickeln, darüber denken wir zurzeit nach. Die regelmäßige Produktion und Versendung des aiLetter pausiert aktuell.

Wir wünschen uns, dass wir in Verbindung bleiben und vor allem: BLEIBT GESUND.


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aiLetter #1.19: DeepMind & Corona, ClearviewAI & Milliardäre, Facebook gegen Fake, Geld für Waymo & Respeecher, AI-Diagnose von Baby-Augenleiden, Roboter zapfen Blut, Digitalisierungs-Chaos, Gesichtserkennung & Überwachung, 10 Durchbruch-Technologien

aiLetter #1.19: DeepMind & Corona, ClearviewAI & Milliardäre, Facebook gegen Fake, Geld für Waymo & Respeecher, AI-Diagnose von Baby-Augenleiden, Roboter zapfen Blut, Digitalisierungs-Chaos, Gesichtserkennung & Überwachung, 10 Durchbruch-Technologien

Liebe Freunde des aiLetter,

 nach der Aschermittwochspause erhaltet Ihr die heutige Ausgabe Eures aiLetter am Wochenende. Unser Potpourri heute: Alphabet’s DeepMind geht neue Wege im Kampf gegen das Coronavirus, der Skandal um Clearview AI setzt sich mit der Nutzung durch milliardenschwere Investoren fort, Facebook kämpft mit AI gegen Fake-Profile, Waymo erhält viel Geld für die Weiterentwicklung des autonomen Fahrens und Respeecher etwas weniger für seine Lösung zur Stimmenimitation, die Ihr gerne testen könnt. In den USA arbeiten Forscher an einer AI-gestützten Diagnose-Lösung für eine heimtückische Baby-Augenkrankheit und möglicherweise zapfen uns zukünftig Roboter Blut ab. Der Bundesregierung mangelt es an Übersicht in ihrer Digitalisierungsstrategie und EU-Datenbanken zur Gesichtserkennung werden bereits jetzt mit denen von Beitrittsländern verknüpft.

Einige Beispiele zu bereits jetzt im realen Leben genutzten Lösungen zum Thema Gesichtserkennung könnt Ihr im DeepDive anschauen und das Taillight beschäftigt sich heute mit einer Prognose zu bahnbrechenden Technologien in 2020 … zur Wiedervorlage in 2021.

 Wir wünschen Euch viel Vergnügen bei der Lektüre und einen schönen Weltfrauentag!


ai@Work: Lösungen im Einsatz

Das Coronavirus und Alphabet‘s DeepMind – ein neuer Weg

Die zur Google-Holding Alphabet gehörende Artificial Intelligence Einheit DeepMind  geht im Kampf gegen die weltweite Ausbreitung des Coronavirus einen neuen Weg. Bisher war es üblich, dass Forschungsergebnisse erst nach umfangreicher akademischer Überprüfung veröffentlicht werden. Um der weltweiten Forschungsgemeinschaft schneller im Verständnis des Virus zu helfen, veröffentlichte DeepMind nun die Strukturanalysen für sechs Proteine, die mit dem Virus SARS-CoV-2 assoziiert sind, bereits ohne akademische Kreuzanalysen. Offensichtlich gelingt es der weltweiten Forschung, ungeachtet nationaler Befindlichkeiten bei der Lösung des globalen Problems zu kooperieren. Selbst ideologische Grenzen scheinen keine Rolle mehr zu spielen, wie der Stern in dieser Woche aus China berichtet.

eine SARS-CoV-2-Membranprotein (Grafik: DeepMind)

Kein Ende im Skandal um die Gesichtserkennung von Clearview

Nach einem Bericht der New York Times hat das US-amerikanische Unternehmen Clearview AI seine umstrittene Gesichtserkennungsanwendung auch an einflussreiche Investoren weitergegeben, obwohl seitens des Unternehmens bisher behauptet wurde, dass die Lösung nur von der US-Strafverfolgung genutzt wird. Laut der Times hat der Milliardär John Catsimatidis die App benutzt, um einen Mann zu identifizieren, der mit seiner Tochter verabredet war – es dauerte offenbar nur Sekunden, um das Bild des Mannes durch die Datenbank von Clearview laufen zu lassen. Catsimatidis hat Berichten zufolge auch einen Testlauf von Clearviews Überwachungstool in seinen Gristedes-Lebensmittelgeschäften durchgeführt, um „Ladendiebe oder Leute zu finden, die andere Geschäfte überfallen haben“.

Andere Magnaten, die Berichten zufolge mit der App gespielt haben, sollen z.B. der Gründer des börsengehandelten Fonds Hal Lambert, ein „MAGA“-Fondsgründer, der Gründer von Kirenaga Partners, David Scalzo, und möglicherweise auch der Schauspieler und Neuinvestor Ashton Kutcher sein.

Doch Clearview AI geht ungeachtet des bisherigen Skandals seinen Weg unbeirrt weiter und hat seine Gesichtserkennungssoftware nun auch auf Überwachungskameras und Augmented-Reality-Brillen getestet, wie aus Dokumenten von BuzzFeed News hervorgeht.

Mehr zum Thema Gesichtserkennung findet Ihr heute im DeepDive.

Facebook kämpft mit AI-Lösung gegen Fake-Profile

Gefälschte Konten auf Facebook sind ein großes Geschäft. Betrüger nutzen sie, um Spam, Phishing-Links oder Malware zu verbreiten – und die Folgen können für unschuldige Nutzer verheerend sein. Diese Woche veröffentlichte das MIT einen Blick hinter die Kulissen, um zu zeigen, wie Facebook sich wehrt.

Der Social-Media-Gigant verwendet hier ein AI-gestütztes System, das als Deep Entity Classification (DEC) bekannt ist. DEC arbeitet, indem es lernt, gefälschte und echte Benutzer auf der Grundlage der Merkmale ihrer Vernetzung zu unterscheiden. Diese sind als „Deep Features“ bekannt und können Dinge wie Durchschnittsalter oder Geschlechtsverteilung der Freunde des Benutzers umfassen. Das System verwendet mehr als 20.000 „Deep Features“, um jedes Konto zu charakterisieren und soll damit nicht zu täuschen sein. Seit der Implementierung von DEC, so Facebook, konnte das Volumen der gefälschten Konten auf der Plattform bei etwa 5% der monatlich aktiven Benutzer gehalten werden. Bei 2,5 Milliarden Nutzern weltweit wären das aber immer noch 125 Millionen gefälschte Konten … die Aufräumarbeiten haben also noch einen langen Weg vor sich.

(Bild: MSTech)


aiInvest: Wer investiert wo?

2.25 Milliarden für Alphabet’s Waymo … eine große Investition in die Zukunft des Fahrens

Das von Alphabet zur Entwicklung von autonomen Fahrzeugen gegründete Unternehmen Waymo hat in seiner ersten externen Investitionsrunde die rekordverdächtige Summe von 2.25 Milliarden eingesammelt. Das Nachrichtenportal Crunchbase berichtet von namhaften Investoren wie Silver Lake, das Canada Pension Plan Investment Board und Abu Dhabis Staatsfonds Mubadala Investment Company. Auch Alphabet selbst, der globale Automobilzulieferer Magna International und der Gebrauchtfahrzeug-Listendienst AutoNation beteiligten sich, um an dem zukunftsträchtigen Geschäftsfeld zu partizipieren.

… und eine kleine Investition: 1.5 Millionen für die Stimmenimitatoren von Respeecher

Das in Kiew, Ukraine, ansässige Startup Respeecher hat von dem in New York ansässigen Unternehmen ff Venture Capital unter Beteiligung von Acrobator Ventures, Network VC, ICU Ventures und anderen Investoren 1,5 Millionen Dollar für die weitere Anschubfinanzierung erhalten. Der Finanznachrichtendienst FinSMEs berichtet, dass die Mittel für das weitere Wachstum des Unternehmens im Bereich Content-Erstellung, den Eintritt in den Call-Center-Markt und den weiteren Ausbau seiner Vermarktungs- und Technikteams verwendet werden sollen.

Eine besondere Anwendung: Respeecher verwendet AI-Technologie, um Stimmen zu transformieren, so dass der Nutzer in der Stimme einer anderen Person sprechen kann. Das System wird bereits von einem Hollywood-Studio verwendet. Eine kleine Kostprobe? Probiert es selbst aus und sprecht wie Barack Obama.

wir empfehlen allerdings, Englisch zu sprechen …


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

National Eye Institute entwickelt AI-Diagnose für Baby-Augenkrankheit

Das US-amerikanische National Eye Institute finanziert eine Studie, die sich auf eine besonders gefährliche Augenkrankheit konzentriert: die „aggressive hintere Retinopathie“ bei Frühgeborenen (AP-ROP). Ein neue AI-gestützte Lösung soll betroffene Babys durch die Analyse von Bildern ihrer Augen frühzeitig identifizieren. Durch gezielte operative Eingriffe sei dann das Sehvermögen meist zu retten. Bisher war diese Krankheit schwer zu erkennen, da die Symptome sehr subtil sein können. Traditionell versuchen Ärzte, sie anhand von Bildern der Innenfläche des Augapfels – bekannt als Fundus – zu finden, aber ihre Diagnosen differieren sehr stark. „Selbst die erfahrensten Gutachter sind sich nicht einig, ob Fundusbilder auf eine AP-ROP hinweisen“, sagte J. Peter Campbell, der leitende Prüfarzt der Studie. Sein Team geht davon aus, dass die AI-Lösung einen besseren Job machen wird.

Die Zukunft der Blutabnahme – ein AI-betriebener Roboter?

Ein Roboter soll demnächst Blut abnehmen und Katheter einführen können. Nach einer neuen Studie von Ingenieuren der Rutgers-Universität soll das entwickelte Tischgerät sehr viel genauer arbeiten als medizinisches Personal. Dazu verwendet es einen Algorithmus für maschinelles Lernen und Ultraschall, um Blutgefäße zu lokalisieren, ihre Tiefe unter der Haut vorherzusagen und dann Nadeln unter minimaler menschlicher Kontrolle an die besten Stellen zu setzen. Dies könnte dazu beitragen, den Prozess der Blutentnahme in medizinischen Einrichtungen zu beschleunigen, stellen die Forscher fest. „Das Gerät kann nicht nur für Patienten eingesetzt werden, sondern auch so modifiziert werden, dass Blut bei Nagetieren entnommen werden kann, ein Verfahren, das für Arzneimitteltests an Tieren in der pharmazeutischen und biotechnologischen Industrie sehr wichtig ist“, sagte Martin L. Yarmush, der Leiter der Studie.


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

Kein Überblick über Digitalisierung in der Bundesregierung?

Nach einem Bericht der Digitalnachrichten-Webseite Netzpolitik wird die Bundesregierung Opfer ihrer eigenen Ankündigungspolitik. Obwohl Themen wie Digitalisierung und die Entwicklung von Artificial Intelligence nach den üblichen Äußerungen aus Berlin ganz oben auf der politischen Agenda stehen sollen, soll die Regierung mit ihren diversen beteiligten Ministerien bis heute nicht wissen, ob und wie sie ihre Strategie erfolgreich umsetzt. Ein gutes Beispiel sei die im letzten Herbst vollmundig angekündigte Einführung eines Monitoring-Tools zur Kontrolle der eingesetzten Investitionen. Aktuelle Ergebnisse … Fehlanzeige. Statt der Dashboard-Übersicht setze die Regierung aktuell laut eines Regierungssprechers auf eine iterative Veröffentlichungsstrategie.

So will die Regierung den Digitalisierungsfortschritt dokumentieren – irgendwann. (Screenshot)

EU-Staaten binden Balkanstaaten durch die Hintertür in ihre Datenbanken ein

Auch einen anderen kritischen Fall greift das Portal Netzpolitik mit dem Thema der Einbindung von Drittstaaten auf dem Balkan in die Datenbanken der EU-Staaten auf.

Die EU-Beitrittskandidaten Albanien, Nordmazedonien, Serbien und Montenegro sowie Bosnien, Herzegowina und das Kosovo als potentielle Kandidatenländer sollen mit Finanzhilfen der EU ihre Daten in die bestehenden Datenbank-Lösungen der EU-Staatengemeinschaft integrieren. So ist die Verschleppung einer gesamteuropäischen Regelung zur Gesichtserkennung durch die EU auch leichter zu verstehen …


aiDeepDive: Vertiefung für ruhige Lesestunden

Im DeepDive vertiefen wir heute den Themenbereich Gesichtserkennung und AI-unterstützte Überwachung. Hier ein kleiner Überblick mit einigen Beispielen vor allem aus den USA, in welchen Bereichen welche Lösungen bereits im realen Leben eingesetzt werden:

Lesetipp 1:

Banjo, ein Unternehmen aus Utah, reklamiert für sich, Leben zu retten und menschliches Leid lindern zu wollen. Die Sichtweise des Portals Vice ist aber, dass Banjo in Zusammenarbeit mit den Behörden den Staat Utah in ein „Überwachungs-Panoptikum“ verwandelt.

Lesetipp 2:

Und wieder ein Puzzlestück zu Clearview AI: Das Unternehmen baut weiter an seiner Datenbank zur Gesichtserkennung und will nun alle US-Verbrecherfotos der letzten 15 Jahre einkaufen und integrieren.

Lesetipp 3:

Ein Beispiel aus Südamerika: In Buenos Aires gehört der Einsatz von Systemen zur Gesichtserkennung im öffentlichen Raum seit bereits einem Jahr zum Alltag.

Lesetipp 4:

Das US-amerikanische Unternehmen Wolfcom ist im Markt für Polizei-Body-Kameras zuhause. Nun produziert Wolfcom auch Kameras, die mit AI-Unterstützung automatische Gesichtserkennung bieten. Angesichts des Kundenkreises von (nach eigenen Angaben) über 1.500 Polizei-Bereichen, Universitäten und Bundesorganisationen im ganzen Land ergeben sich laut des Portals OneZero hier vielfältige neue Möglichkeiten zur Vernetzung.


aiTaillight: Eine Wiedervorlage für 2021 zum Schluss

The same procedure as every year … “10 Breakthrough Technologies 2020”

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) veröffentlichte jetzt seine jährliche Liste mit 10 bahnbrechenden Technologien, die sich nach Ansicht der Experten des MIT in 2020 durchsetzen werden. Darunter sind auch AI-unterstützte Lösungen:

„Tiny AI“: Mit der Miniaturisierung von spezialisierten AI-Chips werden Anwendungen auf vielen Endgeräten möglich sein. Damit sollen erhebliche (und wegen ihres Energieverbrauchs vor allem umweltbelastende!) Rechenleistungen über Cloud-Lösungen obsolet werden.

„AI-discovered molecules“: Forscher schätzen, dass das Universum der Moleküle, die in potenziell lebensrettende Medikamente umgewandelt werden könnten, größer ist als die Zahl der in unserem Sonnensystem vorhandenen Atome. In Verbindung mit der Personalisierung von Medikamenten würden sich hier relativ zeitnah völlig neue medizinische Behandlungsmöglichkeiten ergeben.

Machen wir uns den Spaß, in einem Jahr zu überprüfen, wie treffsicher die Forscher des Instituts die reale Entwicklung vorhergesehen haben? Wir notieren uns dies für einen aiLetter im März 2021 … 😉


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aiLetter #1.18: ARIC startet in HH, AI-Mayflower, Tesla distanziert Toyota & VW, Google größter AI-Einkäufer, Boeing geht Solo, AI und Antibiotika, EU-Weißbuch, US-Defense-Papier, InspiroBot klopft schlaue Sprüche

aiLetter #1.18: ARIC startet in HH, AI-Mayflower, Tesla distanziert Toyota & VW, Google größter AI-Einkäufer, Boeing geht Solo, AI und Antibiotika, EU-Weißbuch, US-Defense-Papier, InspiroBot klopft schlaue Sprüche

Liebe Freunde des aiLetter,

auch die heutige Ausgabe Eures aiLetter bekommt Ihr zum Wochenbeginn. Diesmal beschäftigen wir uns mit der Eröffnung des Artificial Intelligence Center in Hamburg, der Pilgerreise einer AI-Mayflower nach Neuengland, dem scheinbar großen AI-Vorsprung von Tesla vor Toyota und Volkswagen, den AI-Einkäufen von Google, einem neuen Solo-Trip-Projekt von Boeing und dem Einsatz von AI in der Generierung eines neuen Stammes von Antibiotika. In aiPolicy und im DeepDive findet Ihr einiges zum gerade erschienenen AI-Weißbuch der Europäischen Kommission und einem Regelpapier des US-Defense Innovation Board. Und im Taillight könnt Ihr mit dem InspiroBot schlaue Sprüche und hübsche Poster generieren.

Viel Spaß dabei!

PS: Der aiLetter geht ab Aschermittwoch kurz in die Fastenzeit … und erscheint wieder zum Wochenende der 10. Kalenderwoche.  


ai@Work: Lösungen im Einsatz

AI startet durch – ARIC Eröffnung im Hamburger Dockland

In der Metropolregion Hamburg wird Artificial Intelligence jetzt konzentriert. Mit der offiziellen Eröffnung des ARIC-Zentrums (Artificial Intelligence Center Hamburg e. V.) im Dockland startete die Arbeit. Das ARIC versteht sich als branchen- und themenübergreifender Ansprechpartner für alle Fragen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und vereint dabei bereits diverse vielfältige Stakeholder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Zur Eröffnung überreichten Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Hansestadt, und Ralf Sommer, Vorstand der IFB (Hamburger Investitions- und Förderbank), mit einem Förderbescheid über 400.000,- Euro das passende Startgeschenk.

(Foto: aiLetter)

IBM und Marine AI pilgern mit der Mayflower nach Neuengland

Die Pilgerfahrt der Mayflower von Plymouth in England nach Massachusetts im Jahr 1620 ist Vorbild … nun wollen die Unternehmen Marine AI und IBM ein kleineres Modell ohne Besatzung auf die Reise senden. Die komplette Navigation und Steuerung des autonom fahrenden „Mayflower-Boots“ soll auf der langen Seereise von einem AI-basierten Edge-Computing-Modul übernommen werden. Das Training der Artificial Intelligence Lösung mit Ozeandaten übernehmen dabei die Universität von Plymouth und ProMare, eine gemeinnützige Meeresforschungsorganisation.

Ist Tesla in seiner AI-Nutzung 6 Jahre weiter als VW und Toyota?

Toyota und Volkswagen verkauften zuletzt jährlich mehr als 10 Millionen Autos, Tesla im letzten Jahr mit ca. 367.500 nicht einmal 4 % davon. Doch im Hinblick auf Elektronik und hier speziell die Nutzung von Technologien der Artificial Intelligence scheint das Unternehmen von Elon Musk weit voraus zu sein. Japanische Ingenieure von Nikkei Business haben einen Tesla Modell 3 komplett auseinander gebaut und fanden dabei elektronische Bauteile, die nach ihrer Ansicht der Technik der klassischen Autobauer 6 Jahre voraus sind. Insbesondere die AI-Chip bestückten Elektronik-Boards für Autonomes Fahren und Infotainment sollen zukunftsweisende technische Lösungen sein.

Ein AI-Chip-Board für autonomes Fahren und eine Mediensteuereinheit für das „Infotainment“-System … und zwischen den Einheiten ist ein wassergekühlter Kühlkörper installiert. (Foto: Nikkei xTech)


aiInvest: Wer investiert wo?

Google liegt in der Rangliste der Einkäufer von AI-Startups vorn

Seit 2009 hat Google laut dieser Rangliste von RS Components mehr AI-Startups gekauft als jedes andere Unternehmen. Auf Basis von Crunchbase-Daten und Informationen aus Quellen wie Wall Street Journal und Business Insider ermittelte RS Components, dass Google in den letzten 11 Jahren 30 Startups zu Gesamtkosten von beinahe 4 Mrd. Dollar gekauft hat. Dazu gehörten unter anderem die Übernahme von Onward im Jahr 2019 sowie die Käufe von DeepMind im Jahr 2014 und PittPatt im Jahr 2011. Auf den Plätzen zwei und drei der Rangliste folgen Apple und Facebook, wobei Apple 18 KI-Unternehmen für 886 Millionen Dollar und Facebook 12 für etwas mehr als 1 Milliarde Dollar erwarb.

Boeing auf Solo-Trip

Der amerikanische Flugzeughersteller ist momentan weltweit hinter Airbus vor allem wegen des Desasters mit dem Unglücksflieger 737-Max nur noch die Nummer 2. Setzt der Konzern deshalb jetzt auf neue Lösungen? Boeing sponsert einen GoFly-Wettbewerb, bei dem Prototypen von Solo-Passagierdrohnen miteinander konkurrieren. Die Auswahl begann mit 850 Teilnehmern und ist nun auf fünf Teams aus der ganzen Welt reduziert. Der finale Wettbewerb findet am 29. Februar statt und das Gewinnerteam erhält 1 Million Dollar.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Artificial Intelligence identifiziert neue hochwirksame Antibiotika

Ein vom MIT (Massachusetts Institute of Technology) entwickeltes AI-Modell hat eine antibiotische Verbindung identifiziert, die in der Lage war, „viele der weltweit problematischsten krankheitsverursachenden Bakterien“ zu vernichten, einschließlich einiger bisher antibiotikaresistenter Stämme, berichten die MIT News. In nur wenigen Tagen kann der maschinelle Lernalgorithmus Millionen von chemischen Verbindungen durchsuchen und dabei hochwirksame neue Antibiotika identifizieren. „Unser Ansatz hat dieses erstaunliche Molekül enthüllt, das wohl eines der leistungsstärksten Antibiotika ist, das jemals entdeckt wurde“, sagt Professor James Collins.

Laut The Next Web kann das neue Halicin-Antibiotikum auch das bisher gegen Antibiotika resistente Bakterium Acinetobacter baumannii bekämpfen, das in den letzten Jahren diverse Soldaten im Irak-Einsatz infiziert hatte.


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

Schon wieder: Europäische Union und Artificial Intelligence

Die Europäische Union hat in dieser Woche ihr Weißbuch zur Künstlichen Intelligenz vorgelegt. Auf 32 Seiten werden „politische Optionen“ für ein koordiniertes europäisches Konzept beschrieben. (Das vollständige Dokument könnt Ihr über den Link im DeepDive beziehen.)

AI Nutzung soll laut des Papiers sowohl gefördert als auch deren Gefahren begrenzt werden. Allein dieser Spagat ist schon schwierig zu gehen. Doch noch problematischer: von dem ursprünglich durch die Europäische Kommission angedachten fünfjährigen Moratorium für Gesichtserkennung ist tatsächlich nichts übrig geblieben.

Die Europäische Kommission rudert im Weißbuch bei Gesichtserkennung zurück … (Foto: Quartz)

Die Bedenken vieler Fachleute will die EU nun damit berücksichtigen, dass sie eine „breit angelegte europäische Debatte einleitet“. Besonders pikant: Intercept berichtet aktuell von durchgesickerten Berichten, die zeigen, dass die Polizeibehörden diverser EU-Staaten ein paneuropäisches Netzwerk von Datenbanken zur Nutzung von Gesichtserkennung planen.

 

US-Verteidigungsministerium will AI-Projekte einheitlich regeln

Das US-Verteidigungsministerium will einer Veröffentlichung von Defense One zufolge Regeln für die Entwicklung und Umsetzung von AI-Projekten verabschieden. Der Sprecher des Joint Artificial Intelligence Center des Pentagon betont, das Ministerium „befindet sich in der Endphase der Annahme von AI-Prinzipien, die im gesamten US-Militär umgesetzt werden“.

Vor einigen Monaten veröffentlichte bereits das unabhängige Defense Innovation Board ein Papier mit dem Titel „Empfehlungen zur ethischen Nutzung der AI“. (Auch dieses Papier findet Ihr im aktuellen DeepDive.)

Die bevorstehenden Regelungen des Pentagon werden wohl weite Teile dieses Entwurfs aufgreifen, die strenger sind als viele AI-Regeln von Technologie-Unternehmen wie Google. Ziel sei es vor allem, die „menschliche Kontrolle über AI-Systeme“ zu behalten, berichtet Defense One.


aiDeepDive: Vertiefung für ruhige Lesestunden

Lesetipp 1: „Weißbuch zur Künstlichen Intelligenz“ der Europäischen Union

Ja, es ist lesenswert … in diesem Papier der Europäischen Kommission wird die ganze Bandbreite der verschiedenen Interessen rund um die Entwicklung und Nutzung von Artificial Intelligence deutlich. Und zwar sowohl in dem , was drin steht als auch in dem, was nicht oder nur nebulös berührt wird.

Lesetipp 2: „Empfehlungen zur ethischen Nutzung von AI“ des US Defense Innovation Board

Wenn es um den militärischen Einsatz von Artificial Intelligence geht, werden hier Maßstäbe gesetzt. Die USA sind auf diesem Gebiet dem Rest der Welt weit voraus und eben auch tonangebend im Bereich möglicher Regelungen. Und der Terminator lässt eben doch noch nicht grüssen …


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

„Kluge“ Zitate und Poster vom InspiroBot

Der US-Künstler Christian Bolt hat mit dem AI-basierten InspiroBot humorvolle (?) Sprüche und Poster erstellt, die er in einem neuen Video präsentiert. Auf seinem YouTube-Kanal erklärt Bolt, dass der Bot auf der Grundlage vieler anderer Zitate, an denen er trainiert wurde, motivierende und lustige Sprüche generiert und diese mit Fotos kombiniert. Einige Zitate, die Bolt teilt: „Familienzeit ist normalerweise von Massenhysterie begleitet“ und: „Glaubst du, dass Androiden das sind, was sie sind, weil alles ewig ist?“

Probiert es doch selbst aus: Auf der InspiroBot-Webseite klickt man einfach auf die Schaltfläche und der Bot erledigt den Rest.


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aiLetter #1.17: AI soll Hits entdecken, 10 Top-AI-Unternehmen, Shells AI-Ausbildung, US erhöht Budget, Facebook Einkaufstour, AI in Medizin & Journalismus, EU Kommission knickt ein, Wettbewerbswandel & AI, Verbot in Holland, AI auf dem Prüfstand, Travis Bott rappt …

aiLetter #1.17: AI soll Hits entdecken, 10 Top-AI-Unternehmen, Shells AI-Ausbildung, US erhöht Budget, Facebook Einkaufstour, AI in Medizin & Journalismus, EU Kommission knickt ein, Wettbewerbswandel & AI, Verbot in Holland, AI auf dem Prüfstand,  Travis Bott rappt …

Liebe Freunde des aiLetter,

wie angekündigt konnten wir aus organisatorischen Gründen in der letzten Woche nicht erscheinen und die heutige Ausgabe Eures aiLetter bekommt Ihr zum Wochenbeginn. Ungeachtet dessen findet Ihr auch in dieser Ausgabe eine bunte Mischung von Informationen aus der Welt der Artificial Intelligence: der nächste Musikhit soll durch AI entdeckt werden, 10 aufstrebende AI-Unternehmen, die AI-Ausbildungsoffensive von Shell, US-Regierung erhöht massiv ihr AI-Entwicklungsbudget, die Facebook-Einkaufstour geht weiter, AI soll die Behandlung von Depressionen verbessern, der Einsatz von AI im Journalismus wird intensiviert und die Europäische Kommission wankt in ihrer Haltung zur Gesichtserkennung.

Im DeepDive gibt es drei Lesetipps für ruhige Stunden: Wie entwickelt sich der unternehmerische Wettbewerb in Zeiten der AI? Ein holländisches Gericht verbietet behördliche Betrugserkennungs-Software, AI-Anwendungen in Deutschland auf dem Prüfstand. Und im Taillight bekommt Ihr etwas auf die Ohren: Travis Bott rappt …

Viel Spaß beim Lesen und Hören!


ai@Work: Lösungen im Einsatz

Wird der nächste große Musiker von AI entdeckt?

Das neue Musik-Label Snafu nutzt Artificial Intelligence Technologie, um auf Plattformen wie z.B. YouTube, Spotify, Tiktok und SoundCloud neue Künstler mit Musikstücken zu finden, die das Potential zum nächsten Hit haben. Der Algorithmus sucht dabei nach Stücken, die ähnlich sind wie Musik aus der Spotify-Top-200-Liste … aber differenziert genug, um neu und frisch zu klingen. Mit Hilfe der AI will man sich vor allem einen Vorsprung vor konkurrierenden Musik-Labeln beim Aufspüren neuer Künstler machen.

… den nächsten Hit will Snafu mit Hilfe von Artificial Intelligence entdecken (Foto: Engadget)

10 aufstrebende Unternehmen der Artificial Intelligence

AI kann nahezu jede Branche disruptieren und nicht jede Anwendung findet ungeteilten Beifall. Das Cambridge Innovation Institute hat nun 10 aufstrebende Unternehmen identifiziert und in seinen aitrends vorgestellt, die nach Ansicht der Experten die wahren Möglichkeiten von Artificial Intelligence nutzen, um unser Leben einfacher und effizienter zu gestalten.

Shell startet unternehmensweite AI-Ausbildungsoffensive

Die britisch-holländische Ölgesellschaft Shell rollt ein online-gestütztes Weiterbildungs-Programm zu Artificial Intelligence aus. Mitarbeiter sollen lernen, wie man mit Hilfe von AI-gestützten Technologien Kosten reduzieren, zusätzliche Erlöse generieren und Geschäftsprozesse verbessern kann. Von den weltweit ca. 82.000 Mitarbeitern interessieren sich bereits 2.000 für die freiwilligen Kurse des Programms, das in Zusammenarbeit mit dem Online-Ausbilder Udacity angeboten wird.


aiInvest: Wer investiert wo?

US-Regierung will Ausgaben für AI Forschung massiv erhöhen

Der Haushaltsvorschlag der US-Regierung für 2021 sieht laut Wall Street Journal eine erhebliche Aufstockung der KI-Finanzierung in mehreren Regierungsbehörden vor, darunter für die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) und die National Science Foundation (NSF). Während die vorgesehenen Ausgaben für Forschung und Entwicklung insgesamt sinken würden, würden sich die Ausgaben für die Forschung in AI und die Quanteninformationswissenschaften etwa auf 1.1 Milliarden US-Dollar verdoppeln.

In einem Artikel der New York Times ist nachzulesen, wofür die hohen zusätzlichen Mittel ausgegeben werden sollen.

Facebook ist weiter auf AI-Einkaufstour

Der amerikanische Gigant hat in den letzten Jahren seine Kompetenz in Artificial Intelligence mit eigenen Entwicklungen, aber auch vor allem mit Zukäufen von Startups in diesem Bereich massiv ausgebaut. Anfang des Monats wurde der Kauf des Londoner Unternehmens Scape Technologies veröffentlicht. Das Startup beschäftigt sich mit „Visual Positioning Service“, der auf Basis von Echtzeit-Fotos und -Videos eine wesentlich genauere Standortbestimmung als GPS ermöglicht und damit Basis für Augmented Reality Anwendungen der nächsten Generation sein soll.

(Grafik: Scape Technologies)

Nun wurde bekannt, daß bereits im Dezember des letzten Jahres das ebenfalls britische Startup Deeptide Ltd. erworben wurde. Zu Deeptide gehört Atlas ML, die Betreiber der Plattform „Papers with Code“, einer bisher freien Ressource für offene Veröffentlichungen und Tools zum maschinellen Lernen.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Artificial Intelligence soll Behandlung von Depressionen verbessern

Die schnelle und präzise Erkennung von Korrelationen ist eine spezifische Stärke von Ai-gestützten Anwendungen. Wissenschaftler aus Stanford haben jetzt mit Hilfe eines maschinellen Lernalgorithmus ein Verfahren entwickelt, bei dem bestimmte Hirnwellen anzeigen, daß ein spezielles Medikament bei Depressionen besonders wirksam ist. Die noch im Versuchsstadium befindliche Anwendung soll nun auf weitere Medikamente und psychische Krankheiten ausgeweitet werden.

(Grafik: Zoloft)

Neue Entwicklungen mit AI im Journalismus

Bloomberg und Reuters machen mit neuen Ai-basierenden Entwicklungen auf sich aufmerksam. Das Cyborg-System von Bloomberg soll dabei einen Finanzbericht im Augenblick seines Erscheinens sezieren und Meldungen mit den wichtigsten Fakten und Zahlen generieren.

Reuters hingegen entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Londoner Startup Synthesia ein vollautomatisches System für Kurznachrichten im Sport. Der Clou ist ein Moderator, dessen real gefilmte menschliche Ausgangsbasis mit einer AI-Anwendung digital kopiert und der entsprechenden Sportnachricht angepasst wird …

(Bild: Reuters/ Synthesia)


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

Europäische Union und ihre schwankende Haltung zu Artificial Intelligence

Während Margrethe Vestager, die zuständige Kommisarin der Europäischen Kommision, vor einigen Tagen Artificial Intelligence noch zu einer Frage von Leben oder Tod für uns erklärte, soll die Europäische Union nun beschlossen haben, auf eigene Regelungen z.B. im Fall von Gesichtserkennungs-Software zu verzichten. Nach einer Meldung der Financial Times sollen statt dessen die Mitgliedsstaaten eigene Regelungen entwickeln und umsetzen. Damit sei der bisher geplante EU-Entwurf vom Tisch, der für den Einsatz der Technologie sehr rigide Regelungen auf europäischer Ebene vorsah und gerade von Bürgerrechtlern sehr begrüßt wurde. Maßgeblichen Einfluss dagegen hätten Sicherheitsorgane ausgeübt …


aiDeepDive: Vertiefung für ruhige Lesestunden

Lesetipp 1: Unternehmerischer Wettbewerb in Zeiten der AI

In einer AI-getriebenen Welt können digitale Unternehmensmodelle gigantische Wachstumsraten erreichen, Märkte neu entstehen und bestehende schnell kollabieren lassen. So lautet ein Resümee der beiden Harvard-Forscher Marco Iansiti und Karim Lakhani, die ihre Ergebnisse in einem lesenswerten Artikel der Harvard Business Review präsentieren.

Lesetipp 2: Holländisches Gericht verbietet AI-Einsatz zur Betrugsentdeckung

Ein holländisches Gericht hat den Sozialbehörden des Landes den Einsatz einer AI-gestützten Software zur Betrugserkennung bei Sozialhilfeempfängern verboten. Das System SyRI war als ein Risikoberechnungsmodell entwickelt worden, um die Wahrscheinlichkeit einer Person vorherzusagen, dass sie sich an Leistungen und Steuerbetrug sowie an Verstößen gegen das Arbeitsrecht beteiligt. Die Berechnungen von SyRI zapften einen riesigen Pool persönlicher und sensibler Daten an, von Beschäftigungsunterlagen bis hin zu Bildungs- und Wohndaten.

Lesetipp 3: Algorithmische Anwendungen in Deutschland auf dem Prüfstand

Die Bertelsmann Stiftung hat eine Studie herausgegeben, die fünf Anwendungsfälle algorithmischer Systeme auf den Prüfstand stellt. Die Autorengruppe zeigt, daß hierzulande insbesondere Anwendungen, die auf Basis personenbezogener Daten vollautomatische Entscheidungen treffen würden, mit dem bestehenden deutschen Rechtsrahmen und mit übergreifenden europäischen Regelungen nicht vereinbar sind.


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

Travis Bott macht Musik …

Der Rapper, Songwriter und Produzent Travis Scott hat einen digitalen Zwilling bekommen: Travis Bott. Unter Nutzung von AI wurde für den digital gezeugten Musiker ein Song mit an die Musik seines Vorbildes angelehntem Klang und nach Erkenntnis der Produzenten nicht so ganz passender Lyrik entwickelt. Das im vorstehenden Link abrufbare offizielle Video zeigt Bott, wie er mit dem Rest seiner AI-Crew um einen Lamborghini zu seinem Song „Jack Park Canny Dope Man“ tanzt. Naja, wem’s gefällt … ist Geschmacksache.

(Bild: Suzanne Cordeiro)


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aiLetter #1.15: Björk macht Musik, AI in Medizin, AI gegen Kinderpornos, Investitionen in Cardiologs und Scoutbee, das „Auto“ Origin, EU gegen Gesichtserkennung, Skandal Clearview AI, AI übersetzt Tiersprache

aiLetter #1.15: Björk macht Musik, AI in Medizin, AI gegen Kinderpornos, Investitionen in Cardiologs und Scoutbee, das „Auto“ Origin, EU gegen Gesichtserkennung, Skandal Clearview AI, AI übersetzt Tiersprache

Liebe Freunde des aiLetter,

Artificial Intelligence hat viele Anwendungen, von denen wir nicht wissen, was wir von ihnen halten sollen. Wenn Björk mit Hilfe einer Microsoft AI-Anwendung die Gäste eines New Yorker Hotels mit Klängen verzaubert, dann finden aber nicht nur wir das toll!

Wir haben interessante Artikel zum Einsatz von Artificial Intelligence in der Medizin für Euch, berichten über den Einsatz von AI gegen Kinderpornografie in Niedersachsen, interessante Investitionen und Investitionsvolumen in Europa und zeigen ein wirklich ungewöhnliches „Auto“.

Ein Schwerpunkt ergab sich automatisch: mit der Aufdeckung des Skandals um das US-amerikanische Unternehmen Clearview AI durch die New York Times und die Initiative der Europäischen Union dreht sich aktuell viel um Auswüchse der Gesichtserkennung.

Unser Taillight ist tierisch … Dr. Doolittle hätte seine helle Freude.

Viel Spaß bei der Lektüre und ein schönes Wochenende wünschen Euch

Anke und Bernd


ai@Work: Lösungen im Einsatz

Björk macht mit Artificial Intelligence von Microsoft wetterabhängige Musik

Die für ihre innovativen Auftritte bekannte isländische Sängerin Björk produziert mit einer AI-Anwendung von Microsoft Musik für das New Yorker Hotel Sister City. Die im Hotel gespielte Musik verändert sich mit der Jahreszeit, derTageszeit und dem aktuellen Wetter. Dazu wird die Microsoft-Software mit einer Live-Außenkamera und Messgeräten am Hotel an der Lower East Side verbunden.

Björk’s Klänge verzaubern die Gäste eines New Yorker Hotels – produziert mit AI von Microsoft
(Foto: Microsoft)

Scott Stein, Redakteur bei CNET, hat das Hotel vor einigen Tagen besucht und berichtet begeistert in seinem hier verlinkten Beitrag. Scott Stein fand das Musik- und Klangerlebnis so beeindruckend, daß er eine entsprechende Anwendung nun gerne zuhause haben möchte. Ein neues Geschäftsfeld für Microsoft?

Künstliche Intelligenz – Pro und Contra zum Einsatz in der Medizin

Das Krankenhaus „Barmherzige Brüder“ in Regensburg zieht nach sechs Wochen des Einsatzes einer KI-gestützten Technik für Darmspiegelungen positive Bilanz. Mit mehr als 90 % Zuverlässigkeit würden potentiell problematische Stellen in der Darmwand entdeckt und die damit erreichte Erkennungsrate sei höher als die geübter Mediziner. Doch die Kompetenz, mit den Daten verantwortungsbewusst umzugehen, wird KI nach Ansicht des Regensburger Chefarztes nicht leisten können und damit Ärzten vorbehalten bleiben.

Zum Thema des Einsatzes von Artificial Intelligence in der Medizin hat auch Google vor kurzem eine Studie vorgestellt. Was zunächst vor allem die Chancen deutlich zu machen schien, zeigt aber wohl auch die Risiken, die hier lauern. Wenn Ärzte die falschen Fragen stellen oder die falschen Schlüsse aus den Ergebnissen der AI-gestützten Diagnosetools stellen, würde schlechte Medizin noch schlechter gemacht.

Polizei in Niedersachsen setzt KI-Software im Kampf gegen Kinderpornos ein

IT-Spezialisten des niedersächsischen Landeskriminalamtes haben eine KI-gestützte Anwendung entwickelt, mit der Online-Inhalte wesentlich schneller auf kinderpornografisches Material durchsucht werden kann. Von der erheblich höheren Geschwindigkeit erhoffen sich die Experten einen effizienteren Einsatz ihrer Fahnder und damit eine höhere Entdeckungsrate und einen schnelleren Zugriff auf Täter.

Wilder Westen – der Job nach der Universität und die Hürde der AI-Interviews

Wir berichteten im letzten aiLetter bereits über dieses Thema. Hier noch ein aktueller Artikel aus CNN-Business dazu … Matthew French, ein Verantwortlicher der University of North Carolina (UNC), sagt: “Was mich an AI beunruhigt, ist, daß AI nicht das Herz eines Menschen und seinen Antrieb erkennen kann.“ Stößt Artificial Intelligence hier an ihre Grenzen?


aiInvest: Wer investiert wo?

15 Millionen Dollar für ein französisches Herzmedizin-Startup

Unabhängig von der Diskussion über Chancen und Risiken des Einsatzes von AI in der Medizin wird weiter kräftig investiert. Cardiologs, ein französisches Medizintechnik-Startup, hat in einer ersten Finanzierungsrunde 15 Millionen Dollar eingesammelt. Damit sollen die AI-basierenden Diagnose-Tools des Unternehmens weiter entwickelt werden.

Scoutbee erhält 60 Millionen Dollar für Ausbau der digitalen Beschaffungsplattform

Digitale Beschaffungsplattformen zur besseren Verbindung von Einkäufern und Lieferanten liegen voll im Trend. Das Berliner Unternehmen Scoutbee hat nun in einer weiteren Finanzierungsrunde 60 Millionen Dollar erhalten, um die Internationalisierung des Geschäfts voran zu treiben. Und die Geschäftsführer freuen sich …

(Fabian Heinrich – Gregor Stühler – Lee Galbraith, Foto: Scoutbee)

2019 – ein Rekordjahr für Risikokapital-Investitionen in Großbritannien

Brexit hin, Brexit her … im United Kingdom wird weiter kräftig in die Zukunft investiert. Nach den hier detaillierten Statistiken wurde 2019 in Großbritannien mehr in entsprechende Unternehmen – nicht nur im Bereich Artificial Intelligence – investiert als in Deutschland und Frankreich zusammen. Aussagekraft über die Effizienz der damit eingesetzten Mittel hat dies natürlich nicht …


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Origin – ein fahrerloses Auto ohne Lenkrad und Pedale aus den USA

Cruise, ein Unternehmen im Mehrheitsbesitz des US-amerikanischen General-Motors Konzerns, hat einen Prototyp eines ersten fahrerlosen Autos ohne Lenkrad und Pedale vorgestellt. Auto? Die Cruise-Mitarbeiter nennen es nicht Auto, sondern „Das Eigentum“. Dieses Elektrofahrzeug erinnert irgendwie an Star-Wars-Vehikel und was sofort auffällt, ist der im Verhältnis zu den Außendimensionen riesige Innenraum. Kernidee des Projekts war eben von Anfang an, das Gefährt ohne Fahrer zu bauen.

Cruise’s erstes vollständig fahrerloses Fahrzeug - ORIGIN

aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

EU-Abgeordnete fordern Vorrang des Menschen gegenüber Artificial Intelligence

In einer Resolution haben EU-Parlamentarier in dieser Woche eine erklärbare und transparente Künstliche Intelligenz gefordert. Menschen müssten bei algorithmisch gestützten Entscheidungen immer das letzte Wort haben, niemand soll auf Basis seines Datensets diskriminiert werde dürfen und Hersteller von AI-Lösungen sollen klar definierten Pflichten unterworfen werden. Im DeepDive findet Ihr zu diesem Thema einen Link zu einem ausführlichen Dokument des Europäischen Parlaments. Die Wettbewerbskommisarin Vestager will einen erweiterten Entwurf im Februar diesen Jahres vorstellen. Vorab ist durchgesickert, daß in dem Papier gefordert wird, Technologie zur Gesichtserkennung massiv einzuschränken.

Andrian Kreye schreibt in einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung über die Überlegungen der EU, den Einsatz von AI sehr sorgfältig zu regulieren und formuliert etwas reißerisch, daß „Daten das neue Plutonium seien“.

Google-Chef Sundar Pichai will die Gefahren von AI besser in den Griff bekommen
(Foto: Michael Sohn / Picture Alliance)

Doch nicht nur die Politik stellt entsprechende Überlegungen an – auch in internationalen Konzernen wie Google ist das Thema virulent. So spricht der Google-Chef Sundar Pichai davon, daß die Künstliche Intelligenz gebändigt werden muss und Schaden und Nutzen genau abzuwägen sind.


aiDeepDive: Vertiefung zum Wochenende

Lesetipp 1: New York Times veröffentlicht Skandal um Clearview AI

Die New York Times deckt einen Skandal um Clearview AI auf, dessen Tragweite noch nicht absehbar ist. Das von dem Australier Hoan Ton-That aufgebaute Startup hat eine Gesichtserkennungstechnik entwickelt, die im weltweiten Netz ohne Kenntnis der betroffenen Personen Milliarden von Fotos gesammelt hat. Doch dies ist nur ein Teil des Skandals – angeblich geschah dies auch ohne Wissen und Zustimmung der entsprechenden Foto-Datenbanken wie z. B. der von Facebook und ähnlicher Unternehmen. Und: die Software wurde bereits an Hunderte von Polizei- und Ermittlungsbehörden in den USA verkauft.

Lesetipp 2: Der SPIEGEL greift die Clearview AI Story auf

In einem aktuellen Bericht greift der SPIEGEL den Skandal rund um das US-amerikanische Startup Clearview AI auf und stellt die Verbindung zu den aktuellen Überlegungen der verschiedenen EU-Institutionen her.

Lesetipp 3: Das Papier des Europäischen Parlaments zur AI-Ethik

Hier findet Ihr das bereits angekündigte ausführliche Papier des Europäischen Parlaments über Richtlinien zu einer Artificial-Intelligence-Ethik. Die Parlamentarier sind sich offenkundig auch darüber bewusst, daß der Grat zwischen sinnvoller Reglementierung und destruktiver Verhinderung von Technologie schmal ist.


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

WAUWAU, Dr. Doolittle … wie AI zur Übersetzung von Tiersprache genutzt wird

Der Traum von Dr. Doolittle wird wahr … mit Artificial Intelligence wird Tiersprache für uns verständlich. Das Startup ZOOLINGUA möchte die Verbindung zwischen Hunden und ihren Besitzern verbessern. Mit Hilfe einer auf AI-Technologie beruhenden mobilen App sollen Menschen ihre lieben Vierbeiner besser verstehen. Aber auch andere Institutionen arbeiten an diesem Thema … die Laute von Hühnern werden durch das Georgia Institute of Technology untersucht, um den Einfluss verschiedener Umweltfaktoren auf deren Wohlbefinden zu analysieren. Zum Gackern?


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aiLetter #1.14: AI und Wetter, Arbeitsplatzabbau, AI im Bewerbungsprozeß, Neues aus dem Allen-Institute, Neurowissenschaft und Machine Learning, Lebende Maschinen, AI in Mittweida und AI-Hauptstadt Berlin, Fußball-Bundesliga

aiLetter #1.14: AI und Wetter, Arbeitsplatzabbau, AI im Bewerbungsprozeß, Neues aus dem Allen-Institute, Neurowissenschaft und Machine Learning, Lebende Maschinen, AI in Mittweida und AI-Hauptstadt Berlin, Fußball-Bundesliga

Liebe Freunde des aiLetter,

wir reden gerne über das Wetter. Aber auch mit Artificial Intelligence wird dieses nicht besser, doch durch eine Lösung von Google-Wissenschaftlern möglicherweise aktueller und lokaler vorhersehbar.
AI und der Arbeitsmarkt – zu dieser Thematik findet Ihr ebenso einige Meldungen wie Neuigkeiten zum US-amerikanischen Paul-Allen-Institute. Daneben haben wir für Euch aktuelle Beiträge zu Machine Learning in der Neurowissenschaft, eine uns durchaus irritierende Story zu Lebenden Maschinen, Lesetipps zu einer AI-Initiative für Berlin und zu einem neuen Ansatz aus dem Freistaat Sachsen sowie ein Taillight passend zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga.

Viel Spaß bei der Lektüre und einen guten Start in die neue Woche wünschen Euch

Anke und Bernd


ai@Work: Lösungen im Einsatz

Wetter wird mit AI nicht besser, aber besser vorhersehbar

Eine schnellere und aktuellere Wettervorhersage präsentieren Google-Wissenschaftler. Mit Hilfe von Machine Learning haben sie eine Methode entwickelt, die bereits jetzt im praktischen Einsatz eine präzisere Wettervorhersage als konventionelle Modelle erlaubt. Besonders die zeitnahe Vorhersage von zeitlich eng abgegrenzten und sehr lokalen Wetterereignissen wie z.B. lokale Stürmen soll damit wesentlich verbessert werden.

Artificial Intelligence und Arbeitsplatzabbau im US-Radio

Das US-amerikanische Medienunternehmen iHeartMedia, das größte Radio-Konglomerat des Landes, hat im zeitlichen Zusammenhang mit signifikanten Investitionen in AI einen massiven Arbeitsplatzabbau gestartet. Nach einer Meldung des Musikmagazins Rollling Stone werden bis zu 850 Mitarbeiter des Konzerns gehen müssen, darunter bis zu 60 DJ’s von iHeartRadio. Ob die Arbeitsplätze tatsächlich 1:1 von AI-Systemen ersetzt werden oder welche Rolle organisatorische Veränderungen beim Arbeitsplatzabbau spielen, ist allerdings fraglich.

Studenten in Südkorea überlisten AI in Bewerbungsinterviews

„Lächle mit Deinen Augen“ ist einer der Tipps von Karriereberatern in Südkorea. Nachdem immer mehr Unternehmen Artificial Intelligence zur Analyse von Videointerviews mit Bewerbern einsetzen, bieten Karrieremarkt-Berater jetzt Kurse an, wie die hier genutzten Bots ausgetrickst werden können.

 

Kim Seok-wu, Student in Sungnam (Südkorea), trainiert mit einem AI-gestützten Interview-Programm (Foto: REUTERS, Kim Hong-Ji)


aiInvest: Wer investiert wo?

Apple kauft AI-Software-Startup des Allen Institute

Wird Artificial Intelligence zukünftig mehr Endgeräte-gestützt oder Cloud-gestützt eingesetzt? Apple beschäftigt sich mit dieser Frage und investiert jetzt bis zu 200 Mio. US-Dollar in das AI-Software-Unternehmen Xnor.ai, das auf AI-gestützte Software auf Endgeräten spezialisiert ist. Die Lösungen des Startups basieren z.B. auf einer dezentralen solarbetriebenen Energieversorgung, gezeigt im folgenden Video. Ein pikantes Detail: das Unternehmen stammt aus dem Inkubator des Allen Institute des Microsoft-Co-Gründers Paul Allen.

Allen Institute investiert weiter in AI-Unternehmen der Zukunft

Der vor zwei Jahren gestartete Inkubator des „Allen Institute for Artificial Intelligence“ investiert auch nach dem Verkauf von Xnor.ai weiter. In Zusammenarbeit mit potenten Venture-Capital-Unternehmen wie Sequoia Capital, Two Sigma und Kleiner Perkins werden erhebliche Mittel in die Entwicklung der nächsten Generation von AI-Unternehmen gesteckt. Ziel ist, daß aus dem in Seattle beheimateten Zentrum in jedem Jahr 3 – 5 erfolgreiche Startups hervorgehen.

30 Mio. US-Dollar für Phenom People zum Ausbau seiner HR-Lösungen

Das US-amerikanische Unternehmen Phenom People aus Philadelphia hat in einer weiteren Finanzierungsrunde 30 Mio. US-Dollar eingesammelt. Mit diesen Mitteln sollen die AI-gestützten Lösungen des Unternehmens für den HR-Bereich (ein Nutzer ist z.B. Microsoft) wie z.B. Chatbots im Recruiting und Job-Empfehlungs-Plattformen weiter ausgebaut und international vermarktet werden.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Dopamin und Machine Learning – AI in der Neurowissenschaft

Der DeepMind-Wissenschaftler Will Dabney und seine Kollegen entdecken erstaunliche Parallelen zwischen Regeln von Algorithmen, die im Machine Learning angewendet werden und der Art und Weise, wie das menschliche Gehirn Dopamin als Belohnung freisetzt.

Lebende Maschinen aus Froschzellen und Artificial Intelligence

Der erste Schritt zu androiden Lebewesen? Wissenschaftler haben unter Nutzung von AI aus Stammzellen von afrikanischen Fröschen neuartige Gewebeklumpen erschaffen. Dies sollen z.B. so programmiert werden können, daß sie sich unabhängig von externer Steuerung in einem Körper bewegen, selbstheilend Wunden schließen und Minimal-Arzneien an die richtigen Stellen transportieren können. Soweit die positiv klingenden Nutzungs-Möglichkeiten … aber was kommt da noch auf uns zu?

Ein mit AI erzeugter Gewebeklumpen aus Froschzellen … eine lebende Maschine? (Bild: Douglas Blackiston, Tufts University)


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

Berlin soll eine Hauptstadt der Künstlichen Intelligenz werden

Bifold ist das Zauberwort. Das „Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data“ ist als gemeinsame Initiative von Bund, Stadt Berlin und der TU Berlin am Mittwoch gegründet worden. Dadurch soll die Hauptstadt ein neues internationales Zentrum für Künstliche Intelligenz, Datenanalyse, Big Data und weitere technologische Innovationen werden. Geplant ist unter anderem eine Kooperation mit dem Elektroautobauer Tesla, der in Brandenburg ein neues großes Werk errichten will.


aiDeepDive: Vertiefung zum Wochenende

Lesetipp 1: Neuronale Netze aus Mittweida im Freistaat Sachsen

Fünf Wissenschaftler unterschiedlicher Fachgebiete arbeiten am SICIM, dem Sächsischen Institut für Computational Intelligence und Machine Learning, zusammen, um Künstliche Intelligenz noch klüger zu machen. Das Projekt heisst Malekita – „Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz in Theorie und Anwendung“ – und wird aus Europa-Mitteln und durch den Freistaat Sachsen finanziell unterstützt. Durch die Verknüpfung theoretischer Modelle und praktischer Anwendung sollen hier an der Hochschule Mittweida neue Wege erforscht werden.

Lesetipp 2: Kommt ein neuer AI-Winter?

Überraschung … völlig entgegengesetzt zur breit vertretenen Annahme, daß das neue Jahrzehnt die Dekade der Artificial Intelligence wird (ein Thema des letzten aiLetter), diskutieren Forscher in der BBC die These, daß Artificial Intelligence sich jetzt in der Phase des Herbstes befindet und sich danach erst einmal erheblich abkühlen wird. Bevor dann wieder ein neuer Frühling einsetzt?


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

DFL und Amazon wollen Bundesliga-Tore in Echtzeit vorhersagen

Passend zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga in der Saison 2019/ 2020 starten die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Web-Plattform Amazon Web Services (AWS) ein Kooperationsprojekt. Mithilfe von Machine Learning sollen Echtzeit-Vorhersagen über bevorstehenden Torerfolg und Analysen taktischer Maßnahmen möglich sein. Ob das echten Fußballfans gefallen wird? Was ist der nächste Schritt – der AI-Schiedsrichter?


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aiLetter #1.3: US-Sanktionen – Handelskrieg erreicht Chinas AI-Unternehmen

aiLetter #1.3: US-Sanktionen – Handelskrieg erreicht Chinas AI-Unternehmen

Liebe Freunde des aiLetter,

im aiFocus beschäftigen wir uns in dieser Woche mit den Sanktionen, mit der die Trump-Regierung verschiedene chinesische Machine-Learning-Unternehmen belegt hat. Hinter der offiziellen Sanktionsbegründung vermuten Experten auch wirtschaftliche und militärische Motivationen im Wettlauf um die Vorherrschaft im Bereich Artificial Intelligence. Sie werfen auch die Frage auf: Wem schaden die Sanktionen mehr?

Neben unserer Website sind wir mit dem aiLetter jetzt zum Beispiel auch bei LinkedIn vertreten. Wenn euch der Newsletter gefällt, freuen wir uns, wenn ihr ihn dort teilt und uns folgt 😊

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Anke


aiFocus: China vs. USA – Sanktionen befeuern Wettlauf um AI-Pole-Position

  • Die US-Regierung hat in dieser Woche chinesische AI-Unternehmen mit Sanktionen belegt und sie damit faktisch von Lieferungen US-amerikanischer Computerchip-Hersteller abgeschnitten.
  • Die eigene Produktion von Computerchips war bisher eine wesentliche Schwachstelle der chinesischen AI-Industrie.
  • Experten spekulieren, ob die US-Sanktionen den Aufbau der chinesischen Chipindustrie befeuern und damit die Konstellation im AI-Wettlauf zugunsten Chinas verschieben könnten.

Huawei steht schon seit Mai 2019 auf der sogenannten Entity List der US-Regierung. Deshalb benötigen US-Unternehmen seitdem eine Erlaubnis aus Washington, um Produkte wie Chips an den chinesischen Handyhersteller zu verkaufen. In dieser Woche wurden auch weitere chinesische AI-Unternehmen wie Megvii, SenseTime oder Hikvision auf die US-Sanktionsliste gesetzt. Faktisch sind sie damit von Lieferungen amerikanischer Chip-Hersteller wie Nvidia oder AMD abgeschnitten.

Offiziell begründet die Trump-Administration die Sanktionen damit, dass diese Unternehmen an Menschenrechtsverletzungen gegen die Minderheit der Uiguren in Westchina beteiligt sein sollen. Wodurch? Megvii und Co. sind spezialisiert auf Computer Vision, automatisierte Gesichts- und Stimmerkennung, also Technologien, die in China besonders auch in Überwachungssystemen genutzt werden. Die Unternehmen dementieren ihre Verwicklung.

tumisu/pixabay
Im Wettlauf um AI-Erfolge: Die USA und China wollen die Nase vorn haben bei der Schlüsseltechnologie (Bild: tumisu/pixabay).

 

„Space Race“ um die AI-Vorherrschaft

Viele Beobachter gehen davon aus, dass die US-Sanktionen noch andere, tiefer liegende Gründe haben. Die chinesische Regierung arbeitet daran, das Land bis 2030 weltweit führend in Sachen AI zu machen. AI-Technologien sind nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch höchst relevant für die Supermächte USA und China.

Professor Pascale Fung von der Hong Kong University of Science and Technology vergleicht die aktuelle Entwicklung in dem Fortune-Artikel von Naomi Xu Elegant mit dem Space Race der 1950er und 60er Jahre, dem Wettlauf um Erfolge im Weltraum zwischen den USA und der Sowjetunion.

Chinas Achillesferse: Die Hardware

Das Reich der Mitte und seine boomende AI-Industrie ist im Bereich Software ein Powerhouse. Doch die Computerchips dafür stammten bisher zu 90 Prozent aus ausländischer Produktion. So macht etwa US-Hersteller Nvidia ein Fünftel seines Umsatzes in China. Will Knight erläutert in seinem Artikel die Hintergründe dieser Entwicklung.

Der weitere Ausbau von AI-Technologie ist massiv von leistungsstarken Computerchips (Prozessoren) abhängig. Für längere Zeit waren die sogenannten Graphics Processing Units (GPUs) hierfür besonders gut geeignet. Ursprünglich wurden die Chips für die Verarbeitung von 3D-Bildern in Computerspielen von amerikanischen Herstellern entwickelt. Sie eignen sich auch für das sogenannte Deep Learning. Die Entwicklung von neuen Prozessoren speziell für AI-Anwendungen (Neural Processing Units, NPUs) steht jedoch noch am Anfang. Westliche Hersteller haben hier zumindest keinen jahrzehntelangen Vorsprung vor den aufstrebenden chinesischen Tech-Unternehmen, erklärt Knight. Das machte das Wettrennen für beide Seiten hier so interessant.

Haben die US-Sanktionen einen Boomerang-Effekt?

Doch was bewirken jetzt die neuen US-Sanktionen? Müssten chinesische Chip-Entwickler dauerhaft in einem freien Wettbewerb gegen US-Akteure wie Nvidia antreten, wäre die Entwicklung einer eigenen chinesischen Chip-Produktion deutlich schwieriger. Durch den Bann aus Washington haben Huawei, Alibaba und Co. jedoch bessere Chancen, ihre frisch entwickelten eigenen Chips besonders auf dem heimischen Markt mit seiner hohen Nachfrage zu etablieren. So vermutet ein Analyst im Investment-Blog Seeking Alpha, dass auch bisher nicht sanktionierte chinesische Unternehmen nach Alternativen zu US-Zulieferern suchen werden, um zukünftigen Lieferengpässen vorzubeugen. Professor Fung erwartet als Ergebnis, dass die Sanktionen den US-Zulieferern langfristig mehr schaden als Chinas AI-Startups.

Ein Nebenkriegsschauplatz: die Börse

Eines der von den Sanktionen betroffenen Unternehmen, Megvii, will Ende des Jahres in Hong Kong an die Börse gehen. Wird dieser Schritt durch die US-Sanktionen gefährdet? Aus dem Umfeld des Startups wird dies verneint. Zentrale Investoren wie Goldman Sachs wollen die aktuelle Lage aber genauer prüfen.

Im Video stellt Megvii-CEO Yin Qi sein Unternehmen vor und erhebt den Anspruch, international führend zu werden.

aiDeepDive: Vertiefung zum Wochenende

1. Neue Prozessoren für Artificial Intelligence

Im aiFocus sind die Prozessoren, auf denen AI-Algorithmen laufen, ein entscheidender Parameter für die Entwicklung der Technologie. Grund genug zu erklären, was die neuen Chips von bisherigen wie den GPUs unterscheidet. Das macht Annette Link in ihrem Blogartikel.

2. Brain Drain chinesischer AI-Talente

Während an chinesischen Universitäten immer mehr Experten auf dem Gebiet der Artificial Intelligence ausgebildet werden, stammen gleichzeitig immer mehr wissenschaftliche Veröffentlichungen von chinesischen Autoren, die im Ausland leben. Ein Zeichen für eine zunehmende Talentabwanderung? Joy Dantong Ma diskutiert das in seinem Artikel.


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