aiLetter #1.14: AI und Wetter, Arbeitsplatzabbau, AI im Bewerbungsprozeß, Neues aus dem Allen-Institute, Neurowissenschaft und Machine Learning, Lebende Maschinen, AI in Mittweida und AI-Hauptstadt Berlin, Fußball-Bundesliga

Liebe Freunde des aiLetter,

wir reden gerne über das Wetter. Aber auch mit Artificial Intelligence wird dieses nicht besser, doch durch eine Lösung von Google-Wissenschaftlern möglicherweise aktueller und lokaler vorhersehbar.
AI und der Arbeitsmarkt – zu dieser Thematik findet Ihr ebenso einige Meldungen wie Neuigkeiten zum US-amerikanischen Paul-Allen-Institute. Daneben haben wir für Euch aktuelle Beiträge zu Machine Learning in der Neurowissenschaft, eine uns durchaus irritierende Story zu Lebenden Maschinen, Lesetipps zu einer AI-Initiative für Berlin und zu einem neuen Ansatz aus dem Freistaat Sachsen sowie ein Taillight passend zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga.

Viel Spaß bei der Lektüre und einen guten Start in die neue Woche wünschen Euch

Anke und Bernd


ai@Work: Lösungen im Einsatz

Wetter wird mit AI nicht besser, aber besser vorhersehbar

Eine schnellere und aktuellere Wettervorhersage präsentieren Google-Wissenschaftler. Mit Hilfe von Machine Learning haben sie eine Methode entwickelt, die bereits jetzt im praktischen Einsatz eine präzisere Wettervorhersage als konventionelle Modelle erlaubt. Besonders die zeitnahe Vorhersage von zeitlich eng abgegrenzten und sehr lokalen Wetterereignissen wie z.B. lokale Stürmen soll damit wesentlich verbessert werden.

Artificial Intelligence und Arbeitsplatzabbau im US-Radio

Das US-amerikanische Medienunternehmen iHeartMedia, das größte Radio-Konglomerat des Landes, hat im zeitlichen Zusammenhang mit signifikanten Investitionen in AI einen massiven Arbeitsplatzabbau gestartet. Nach einer Meldung des Musikmagazins Rollling Stone werden bis zu 850 Mitarbeiter des Konzerns gehen müssen, darunter bis zu 60 DJ’s von iHeartRadio. Ob die Arbeitsplätze tatsächlich 1:1 von AI-Systemen ersetzt werden oder welche Rolle organisatorische Veränderungen beim Arbeitsplatzabbau spielen, ist allerdings fraglich.

Studenten in Südkorea überlisten AI in Bewerbungsinterviews

„Lächle mit Deinen Augen“ ist einer der Tipps von Karriereberatern in Südkorea. Nachdem immer mehr Unternehmen Artificial Intelligence zur Analyse von Videointerviews mit Bewerbern einsetzen, bieten Karrieremarkt-Berater jetzt Kurse an, wie die hier genutzten Bots ausgetrickst werden können.

 

Kim Seok-wu, Student in Sungnam (Südkorea), trainiert mit einem AI-gestützten Interview-Programm (Foto: REUTERS, Kim Hong-Ji)


aiInvest: Wer investiert wo?

Apple kauft AI-Software-Startup des Allen Institute

Wird Artificial Intelligence zukünftig mehr Endgeräte-gestützt oder Cloud-gestützt eingesetzt? Apple beschäftigt sich mit dieser Frage und investiert jetzt bis zu 200 Mio. US-Dollar in das AI-Software-Unternehmen Xnor.ai, das auf AI-gestützte Software auf Endgeräten spezialisiert ist. Die Lösungen des Startups basieren z.B. auf einer dezentralen solarbetriebenen Energieversorgung, gezeigt im folgenden Video. Ein pikantes Detail: das Unternehmen stammt aus dem Inkubator des Allen Institute des Microsoft-Co-Gründers Paul Allen.

Allen Institute investiert weiter in AI-Unternehmen der Zukunft

Der vor zwei Jahren gestartete Inkubator des „Allen Institute for Artificial Intelligence“ investiert auch nach dem Verkauf von Xnor.ai weiter. In Zusammenarbeit mit potenten Venture-Capital-Unternehmen wie Sequoia Capital, Two Sigma und Kleiner Perkins werden erhebliche Mittel in die Entwicklung der nächsten Generation von AI-Unternehmen gesteckt. Ziel ist, daß aus dem in Seattle beheimateten Zentrum in jedem Jahr 3 – 5 erfolgreiche Startups hervorgehen.

30 Mio. US-Dollar für Phenom People zum Ausbau seiner HR-Lösungen

Das US-amerikanische Unternehmen Phenom People aus Philadelphia hat in einer weiteren Finanzierungsrunde 30 Mio. US-Dollar eingesammelt. Mit diesen Mitteln sollen die AI-gestützten Lösungen des Unternehmens für den HR-Bereich (ein Nutzer ist z.B. Microsoft) wie z.B. Chatbots im Recruiting und Job-Empfehlungs-Plattformen weiter ausgebaut und international vermarktet werden.


aiLab: ein Blick in Forschung & Entwicklung

Dopamin und Machine Learning – AI in der Neurowissenschaft

Der DeepMind-Wissenschaftler Will Dabney und seine Kollegen entdecken erstaunliche Parallelen zwischen Regeln von Algorithmen, die im Machine Learning angewendet werden und der Art und Weise, wie das menschliche Gehirn Dopamin als Belohnung freisetzt.

Lebende Maschinen aus Froschzellen und Artificial Intelligence

Der erste Schritt zu androiden Lebewesen? Wissenschaftler haben unter Nutzung von AI aus Stammzellen von afrikanischen Fröschen neuartige Gewebeklumpen erschaffen. Dies sollen z.B. so programmiert werden können, daß sie sich unabhängig von externer Steuerung in einem Körper bewegen, selbstheilend Wunden schließen und Minimal-Arzneien an die richtigen Stellen transportieren können. Soweit die positiv klingenden Nutzungs-Möglichkeiten … aber was kommt da noch auf uns zu?

Ein mit AI erzeugter Gewebeklumpen aus Froschzellen … eine lebende Maschine? (Bild: Douglas Blackiston, Tufts University)


aiPolicy: Politik & Rahmenbedingungen

Berlin soll eine Hauptstadt der Künstlichen Intelligenz werden

Bifold ist das Zauberwort. Das „Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data“ ist als gemeinsame Initiative von Bund, Stadt Berlin und der TU Berlin am Mittwoch gegründet worden. Dadurch soll die Hauptstadt ein neues internationales Zentrum für Künstliche Intelligenz, Datenanalyse, Big Data und weitere technologische Innovationen werden. Geplant ist unter anderem eine Kooperation mit dem Elektroautobauer Tesla, der in Brandenburg ein neues großes Werk errichten will.


aiDeepDive: Vertiefung zum Wochenende

Lesetipp 1: Neuronale Netze aus Mittweida im Freistaat Sachsen

Fünf Wissenschaftler unterschiedlicher Fachgebiete arbeiten am SICIM, dem Sächsischen Institut für Computational Intelligence und Machine Learning, zusammen, um Künstliche Intelligenz noch klüger zu machen. Das Projekt heisst Malekita – „Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz in Theorie und Anwendung“ – und wird aus Europa-Mitteln und durch den Freistaat Sachsen finanziell unterstützt. Durch die Verknüpfung theoretischer Modelle und praktischer Anwendung sollen hier an der Hochschule Mittweida neue Wege erforscht werden.

Lesetipp 2: Kommt ein neuer AI-Winter?

Überraschung … völlig entgegengesetzt zur breit vertretenen Annahme, daß das neue Jahrzehnt die Dekade der Artificial Intelligence wird (ein Thema des letzten aiLetter), diskutieren Forscher in der BBC die These, daß Artificial Intelligence sich jetzt in der Phase des Herbstes befindet und sich danach erst einmal erheblich abkühlen wird. Bevor dann wieder ein neuer Frühling einsetzt?


aiTaillight: Ein FunFact zum Schluss

DFL und Amazon wollen Bundesliga-Tore in Echtzeit vorhersagen

Passend zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga in der Saison 2019/ 2020 starten die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Web-Plattform Amazon Web Services (AWS) ein Kooperationsprojekt. Mithilfe von Machine Learning sollen Echtzeit-Vorhersagen über bevorstehenden Torerfolg und Analysen taktischer Maßnahmen möglich sein. Ob das echten Fußballfans gefallen wird? Was ist der nächste Schritt – der AI-Schiedsrichter?


Wir freuen uns immer über Anregungen und Feedback zum aiLetter: feedback@ailetter.de


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